Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit

Bei Zeitreisegeschichten geht es gerne kompliziert zu, denn ein falsches Wort genügt und der Lauf der Zeit verändert sich. Anders bei Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit, in der die beiden Hauptcharaktere fröhlich durch die Zeit reisen und große Persönlichkeiten der Geschichte einfach mal mitnehmen. Wer auf der Suche nach einer lustigen Zeitreisegeschichte ist, der ist hier genau richtig. Die Retrobrille sollte aber lieber griffbereit sein, denn der Film verschlägt uns in die rockigen 80er!

    

Wir schreiben das Jahr 1988 und befinden uns im schönen Kalifornien. Die beiden Kumpels Ted (Keanu Reeves) und Bill (Alex Winter) lieben ihr einfaches sorgloses Leben, in dem sich alles um Musik dreht. Ihre eigene Band „Wyld Stallyns“ bedeutet ihnen alles, auch wenn keiner der beiden Gitarre spielen kann! Doch ihren rockigen Tagen wird ein jähes Ende bereitet. Ihr Geschichtslehrer drückt den beiden ein Referat auf’s Auge mit der Drohung, dass sie ihren ihren High-School Abschluss nicht schaffen werden, wenn sie dieses nicht bestehen. Sollte Ted seinen Abschluss nicht schaffen, wolle ihn sein Vater auf die Militärakademie schicken. Das Aus für ihre geplante Rockkarriere. Glück im Unglück: Der Zeitreisende Rufus (George Carlin) taucht auf, der den beiden eine Telefonzelle gibt, mit der sie durch die Zeit reisen können. Für die Zukunft der Menschheit ist es nämlich unabdingbar, dass die beiden Freunde ihre Band weiterführen. Bill und Ted lassen sich das nicht zwei Mal sagen, hüpfen in die Zeitmaschine und beginnen ihre abenteuerliche Reise durch Zeit. Denn die beiden haben es bitter nötig, ihr Wissen aufzubessern, halten sie Noah doch für den Ehemann von Jeanne d’Arc!

“Meine Freunde …. wir sind Vergangenheit“

Originaltitel Bill & Ted’s Excellent Adventure
Jahr 1989
Land USA
Genre Abenteuer, Comedy, Musik
Regisseur Stephen Herek
Cast Ted Logan: Keanu Reeves
Bill S. Preston : Alex Winter
Rufus: George Carlin
Napoleon: Terry Camilleri
Billy the Kid: Dan Shor
Dschingis Khan: Al Leong
Sigmund Freud: Rod Loomis
Jeanne d’Arc: Jane Wiedlin
Laufzeit 86 Minuten
FSK

Bill und Ted sind zwar nicht die schlausten Bewohner der Erde, aber durch ihre gelassene fröhliche Art sehr sympathisch. Daher verzeiht der Zuschauer ihnen schnell, dass sie ohne großes Nachdenken Billy the Kid (Dan Shor), Dschingis Khan (Al Leong) und viele mehr in ihre Telefonzelle quetschen und mit nach Hause nehmen. Immerhin sei zu ihrer Verteidigung gesagt, dass es ein Unfall war, der Napoleon (Terry Camilleri) in ihre Zeit gebracht hat. Für ihr Referat kann es nicht schaden, ein paar Augenzeugenberichte zu haben, die das Ganze noch ein wenig „aufpimpen“. Allerdings hätten sie darüber nachdenken sollen, was sie mit den Schützlingen in ihrer Zeit anstellen. Diese bleiben nämlich nicht brav dort hocken, wo man sie hingesetzt hat, sondern schauen sich die bunte neue Welt genauer an. So verlieren die beiden Napoleon aus den Augen und während sie diesen suchen, richten ihre anderen neuen Freunde im Einkaufszentrum der Stadt ein Chaos an. Zu allem Überfluss hat die Polizei alle mit aufs Revier genommen und Teds Vater ermittelt gegen die Bande.  Was für die beiden Probleme sind, ist für den Zuschauer ein Heidenspaß. Vorausgesetzt, man steht auf einfachen Klamauk. Wie der Humor, so ist auch die Handlung einfach gestrickt. In anderen Filmen gäbe es weltbewegende Auswirkungen, wenn solche Persönlichkeiten verschwinden würden, doch darüber muss man sich hier keine Gedanken machen. Die Reise der beiden verläuft zwar nicht ohne Probleme, aber diese halten Bill und Ted nur wenig bis gar nicht auf. Etwas Kaugummi reicht schon aus, um die Telefonzelle zu reparieren und als unsere angehenden Rocker fast einen Kopf kürzer geschlagen worden wären, sind ihrer neuen Freunde schnell zur Stelle um ihnen aus der Patsche zu helfen.  Allgemein braucht man für diese Geschichte keine großen Gehirnaktivitäten und es ist verständlich, wenn Leute den Film als „Schwachsinn“ abtun. Trotzdem: Der Film war ein Erfolg und 1991 erschien die Fortsetzung Bill & Teds verrückte Reise in die Zukunft, die bei weiten bessere Bewertungen erzielte.

“Bunt ist das Dasein und granatenstark“

Bei Komödien wird immer empfohlen, sich diese in der originalen Sprachfassung anzuschauen, denn gerne gehen bei der Synchronisation Wortwitze verloren. Dies ist auch hier bei einigen Sprüchen der Fall. So wird Bill und Teds Begeisterung für „Eiserne Jungfrauen“ im Englischen klarer, weil sie dort „Iron Maiden“ sagen und sich damit auf die gleichnamige Metalband beziehen. Doch im Großen und Ganzen bildet Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit eine Ausnahme von der Regel. Viele der deutschen Sprüche sind kreativer und witziger als im Original. Während z.B. Bill und Ted im Englischen einfach nur „dude“ (dt: umgangssprachlich „Alter“) sagen, wurde daraus im Deutschen „Hoshi“. Auch der Stammspruch der beiden, „be excellent to each other“, klingt im Original nett, aber nicht sehr einfallsreich. Hier hingegen ist die deutsche Version „Bunt ist das Dasein und granatenstark“ viel ungewöhnlicher und bleibt damit auch besser im Gedächtnis hängen.

Als Kind hab ich den Film immer wieder gerne angeschaut. Mir fehlten zwar die geschichtlichen Hintergründe bei einigen der Figuren, aber das war egal. Bill und Ted waren für mich zwei sympathische Idioten, denen man gerne dabei zugesehen hat, wie sie ihre Sprüche rausgehauen haben und Luftgitarre spielten. Das Wort „Hoshi“ ging in meinen Sprachgebrauch und wurde von mir und meinen Freunden gerne genutzt. Mir hat es Spaß gemacht, die beiden auf ihrer Reise begleiten zu dürfen. Vor allem das Finale im Einkaufszentrum finde ich sehr amüsant. Alleine schon wie Dschingis Khan sich mit dem Baseballschläger anfreundet, sich ein Gefecht mit der Polizei liefert und währenddessen Beethoven auf gleich mehreren Keyboards rumspielt und damit einigen Leuten ein gutes Konzert liefert.  Aus heutiger Sicht ist mir der Film zu einfach gestrickt, sodass dase ein oder andere Problem fehlt. Dass die beiden immer so einfach die Großen der Geschichte finden, ist nur ein Beispiel dafür, wo es für mich zu einfach von statten geht. Auch die Sprachbarriere ist kaum ein Hindernis, wobei man immerhin dran gedacht hat, dass z.B. Napoleon kein Englisch spricht. Hingegen finde ich die beiden Titelhelden immer noch sympathisch, da sie nie ihre gute Laune verlieren. Viele ihrer Kommentare sind im Deutschen sehr amüsant und bleiben daher gut in Erinnerung; um nur ein Beispiel zu nennen: „Bin beim Treppenkullern aus der Rüstung gesegelt!“ Der Soundtrack gefällt mir auch sehr gut und Rufus‘ Gittarensolo am Ende ist beeindruckend! Für einen einfachen Kinoabend ist der Film okay, man sollte aber nicht zu viel erwarten.

 

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen vom Manga Kenshin an Samurais verloren.

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