Die Lieblingscomics 2017 der Redaktion

Allzu viele Comicleser haben wir bislang noch nicht in der Redaktion, weshalb unser Fazit umso kompakter ausfällt. Was jedoch noch nicht ist, kann ja noch werden. Hier sind unsere Lieblinge aus 2017.

Batman – Creature of the Night

Was lange währt wird endlich gut. Zumindest scheint es in diesem Fall so zu sein. Der Comic wurde schon vor einigen Jahren von Kurt Busiek als spiritueller Nachfolger zu seinem und Stuart Immonens modernen Klassiker Secret Identity angekündigt. Ende November kam schließlich die erste Ausgabe dieser etwas anderen Batman-Geschichte auf den Markt. Wie im zuvor erwähnten Secret Identity bedient sich Busiek bei einer der bekanntesten DC-Figuren und erzählt eine Geschichte die in einer Welt spielt, in der alle DC-Charaktere nur Comicfiguren sind. Während Secret Identity dabei Superman der Fokus ist, wird dieses Mal Batman benutzt. Dem Leser wird dabei die Geschichte des jungen Bruce Wainwright geschildert, der absoluter Batman-Fan ist, und leider am eigenen Leib erfahren muss wie es seinem berühmten, aber fiktionalen, Namensvetter ergeht. John Paul Leon setzt Busieks Geschichte einfach genial in Szene und bedient sich einer Vielzahl an Zeichenstilen um uns den Geisteszustand von Bruce näher zu bringen. Dabei werden Realität und Fiktion scheinbar mehr zur verschwommenen Linie als wirklicher Grenze und zumindest in mir wurde schon die Sehnsucht nach mehr geweckt hat. Kurt Busiek ist wohl mein Lieblingsautor im Comicbereich und auch dieser Beitrag von ihm ist wieder auf absoluten Topniveau. Zeichner scheinen sowieso nur die absolut Besten mit ihm zu arbeiten und John Paul Leon ist keine Ausnahme. Wenn diese Serie das Niveau weiterhin hält, dann hat man hier schon einen Kanditaten für die Eisner-Awards.

 

Batman – The White Knight

Durch Zufall bin ich auf den neuen Titel zu Batman – The White Knight aufmerksam geworden und fand es interessant, dass man diesmal den Handlungsspieß umdrehen will. Mit anderen Worten, hier ist Batman der Böse und Joker der Gute. Die ersten drei Hefte der geplanten 7-teiligen Reihe sind in den USA bereits erschienen, hierzulande in gut sortierten Comic-Läden ebenfalls erhältlich. Schon das erste Heft macht einiges her, nicht nur optisch vom Zeichenstil, sondern auch inhaltlich.

 

Inhumans vs. X-Men

Was für ein Ereignis! Da treffen meine Lieblinge, die X-Men auf Marvels hierzulande noch wenig bekannte Adelsfamilie und ein großer Krieg steht an. Die ersten beiden Sammelhefte gefallen mir ziemlich gut mit ihrem großen Cast und den dynamischen Kämpfen. Tatsächlich auch mein erster regelmäßig verfolgter Comic von Marvel, während ich mich für die Avengers bislang leider gar nicht erwärmen konnte. Ich hoffe, dass diese Reihe eines Tages zu einem Realfilm adaptiert wird.

 

Locke & Key

Seit Juli bringt der Panini Verlag die Locke & Key Master-Edtion heraus und ich konnte nicht anders, als mir Band 1 von Arbeit auszuleihen und ihn zu lesen. Ich hatte die komplette Reihe vor Jahren schon einmal gelesen, doch da ich einiges vergessen habe, macht es richtig viel Spaß, noch einmal zurück zum Key-Haus zu gehen. Ich finde noch immer die Idee mit dem verschiedenen Schlüsseln und ihren Funktionen sehr interessant. Gerade der Überall-Schlüssel ist sehr praktisch oder auch der Kopf-Schlüssel, mit dem man seinen Kopf aufmachen kann um Sachen hineinzupacken oder herauszunehmen. Ich musste wieder so lachen, wie sich Bode das Kochbuch reinsteckt und dann seiner Mutter erklärt, wie sie die Pasta kochen soll. Ansonsten finde ich die Story sehr packend, denn sie ist eine Mischung aus Horror, Thriller und Drama, die einem von der ersten Seite an packt. Die Zeichnungen sind auch richtig klasse, denn man hat oft das Gefühl, eher einen Film zuschauen, als einen Comic zu lesen. Wenn mein Kleingeld passt, möchte ich mir die Master-Edtion selbst noch kaufen, damit ich die Reihe endlich im Regal stehen habe.

 

Monstress

Nach einem extrem starken ersten Band ist die Fortsetzung zwar erstens weniger umfangreich, was die Seitenzahl betrifft, und zweitens auch nicht ganz so gut. Trotzdem konnte mich die Geschichte wieder in seinen Bann ziehen. Dazu tragen die wunderschönen Zeichnungen Sana Takedas bei, die dieser Fantasywelt einen asiatischen Flair mit Steampunktouch geben. Doch auch die Geschichte, die Marjorie Liu hier ausbaut, kann in fast allen Punkten überzeugen. Ich denke, einzig das fehlende durchgehend hohe Tempo, welches Band 1 vorgab, hat den Lesegenuss für mich getrübt. Fragen werden beantwortet, neue tauchen auf und ich kann jetzt schon kaum die Fortsetzung erwarten. Auch, weil mich jedes Mal die Zeichnungen um das Fuchsmädchen Kippa und Master Ren, einer zweischwänzigen Katze, begeistern.

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