Return to Castle Wolfenstein

Bot der Vorgänger Spear of Destiny schon eine eher abenteuerliche Geschichte, übertrifft dieses Spiel hier alles. Von Okkultisten über Zombies bis hin zu wiedererweckten Großherrschern ist hier alles vertreten, was im B-Movie-Bereich Rang und Namen hat. Und der Spielspaß kommt auch nicht zu kurz.

    

Heinrich I. unterjochte Westeuropa mithilfe seiner Armee der Untoten. Ein Mönch stellte sich ihm in den Weg und verbannte ihn in ein tiefes Grab. Das war 943-tausend Jahre später ist wieder Krieg und Himmler sucht fieberhaft nach einer Möglichkeit, den Krieg doch noch zu gewinnen. Er erfährt von Heinrich I. und seiner Armee und möchte sich dieser bemächtigen. Dazu ruft er die SS Paranormal Division ins Leben und schickt sie los, ihm bei der Suche zu helfen. Die Alliierten bekommen Wind davon und schicken ihre Geheimwaffe los: BJ Blaskowicz. Mit Hilfe von Agent One versucht er, die Nazis aufzuhalten, was natürlich nicht einfach ist und am Ende in einen Kampf mit dem wiedererweckten Heinrich I. mündet. Plumpes Geballer wird auf Dauer langweilig, weshalb man sich um Abwechslung bemüht. Zwischensequenzen lockern das Spielgeschehen auf und es gibt zwei Schleichpassagen, die jedoch für mehr Frust denn Lust sorgen. Sobald man gesehen wird, wird Alarm ausgelöst und man darf von vorne beginnen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Musikauswahl, denn wirklich viele Musikstücke bietet das Spiel nicht, ebenso wenig wirklich lange. In der Hitze des Gefechts fällt das aber wenig auf.

Deutsche mögen keine Nazis

Originaltitel Return to Castle Wolfenstein
Jahr 2001
Plattform PC, PlayStation 2, Xbox
Entwickler Gray Matter Interactive, Nerve Software
Publisher Activision, Aspyr
Genre Ego-Shooter
Spieler Einzel-/Mehrspieler
USK

Für Deutschland mussten einige Änderungen vorgenommen werden. So kämpft BJ in der deutschen Fassung gegen die Sekte „Die Wölfe“, anstelle des Horst Wessel Liedes ertönt die Mondscheinsonate und alle verfassungsfeindlichen Symbole und Bilder Hitlers wurden entfernt. Die „SS Paranormal Division“ wurde zu „Paranormalen Division“, Heinrich Himmler zu Heinrich Höller und der Führer zum Oberrudelführer. Leider genügte das nicht, denn sowohl die Original-Fassung als auch die gekürzte Version sind mittlerweile indiziert worden, da es keine Gewaltschnitte gab, diese der BPjM aber zu hart war. 2003 bastelten die Entwickler von Gray Matter Interactive zwei Portierungen von Return to Castle Wolfenstein: Tides of War, das für die Xbox erschien und Operation Resurrection, welches nur für die PlayStation 2 erschien. Das Spiel wurde um einige Levels erweitert, aber auch die bestehenden Level wurden etwas abgeändert. Beide Titel sind ebenfalls indiziert. Im selben Jahr noch bescherten Splash Damage den Spielern neues Futter mit dem kostenlosen Mehrspieler-Shooter Wolfenstein: Enemy Territory. Eigentlich war es als Vollpreistitel gedacht, aber man entschied sich kurzfristig dagegen, da man keinen Singleplayer einbaute.

Wer B-Actionfilme der 80er Jahre mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Nazis, Zombies, Nazi-Zombies, alles dabei. (Okay, für uns Deutsche gibt es Sektenmitglieder, Zombies und Sektenmitglieder-Zombies.) Natürlich sieht man dem Spiel sein Alter an (auch wenn es damals top war) und die KI der Gegner ist in gewissen Situationen ebenfalls nicht prickelnd, aber alles in allem ist es ein netter, unkomplizierter Shooter. Die Schnitte stören weniger, die Mondschein-Sonate gefällt mir persönlich besser als das Horst Wessel Lied. Kaufen würde ich es mir allerdings nicht mehr, höchstens für ein, zwei Euro. Dafür gibt es deutlich bessere Shooter für wenig Geld. Leider ohne solch eine herrlich-bekloppte Story. Oder man greift zu Wolfenstein: The Old Blood, was ein sehr gelungenes Remake ist.

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Kilroy

Kilroy wäre gerne Mikrochirurg geworden, musste diesen Traum aber aufgeben. Nun ist er voll von unnützem Halbwissen und weiß nicht, wohin damit. Kilroy schreibt auch gerne, weshalb er sich hier austoben darf. Da er davon aber nicht leben kann, geht er auch noch einer bescheidenen Arbeit nach. Wenn er nicht gerade schreibt oder arbeitet, spielt er am PC oder verschlingt Unmengen an Büchern und Comics.

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