Haikyu!!

Seit dem 25. August 2017 erfreut Peppermint Anime – nach den Schwimmerjungs von Free! – nun die Sportanimefans mit einem weiteren erfolgreichen Titel aus Japan: Haikyu!! aus dem Hause Produktion I.G., der auf dem gleichnamigen Manga von Haruichi Furudate basiert, der im Shonen Jump Magazin immer noch am Laufen und Springen ist. Doch was macht den Titel so erfolgreich, dass bereits drei Staffeln, vier Filme und ein Musical auf dem Markt sind?

    

Shoyo Hinata hat ein Problem: Er ist für sein Alter viel zu klein. Doch er hat sich ein Ziel gesetzt: Er möchte so werden wie der kleine Titan. Ein Junge, der nicht viel größer als er selber ist und es trotzdem in die oberste Liga der Volleyball-Riegen geschafft hat. Doch so einfach ist es nicht, denn es müssen einige Probleme beseitigt werden. Allen voran gibt es nicht mal eine Jungs-Volleyball-Mannschaft an seiner Mittelschule oder gar Leute, die mit ihm eine Mannschaft gründen möchten. Mit Ach und Krach schafft es unser Held seine Freunde zu überreden, sodass er sich bei einem Turnier anmelden kann. Doch sein Traum zerplatzt schneller als eine Liebschaft zwischen einem Ballon und einem Nagel und nach einer vernichtenden Niederlage muss unser kleiner Held seinen Traum auf die Zeit der Oberstufe verschieben. An seiner Traumschule angekommen, sind natürlich nicht alle Probleme mit einem Schlag vom Spielfeld weggeblasen. Im Gegenteil: Erst jetzt geht es so richtig los. Hinatas erstes neues oder besser gesagt altes Problem heißt nämlich Tobio Kageyama – der Spieler, der ihm bei seinem ersten und einzigen Turnier aus dem Rennen geworfen hat. Gerade dem Typen wollte er es doch zeigen, und jetzt steht der in der Turnhalle der Karasuno Oberschule! Und dann sind da ja noch die anderen Spieler seiner neuen Mannschaft: ein Kapitän, den man lieber nicht verärgert, ein Libero, der auch nicht viel größer ist, aber ein Selbstvertrauen wie ein Löwe hat, ein Ace, der nicht mehr spielen mag, und eine Riese mit Brille, der auch nur blöde Kommentare von sich gibt. Vom Trainer fehlt dann auch noch jede Spur. Wie soll das nur gut gehen?

Auf zum Sieg, vorbei an Katzen, Königen und fliegenden Toupets

Originaltitel Haikyuu!!
Jahr 2014
Episoden 75 (3 Staffeln)
Genre Sport, Comedy, Drama
Regisseur Susumu Mitsunaka
Studio Production I.G.

Im Grund bedient sich Haikyuu der Standartelemente eines Sportanimes: Teambildung, Spielerpositionen besetzen, Fähigkeiten verbessern und das Siegen und Verlieren. Warum also ist die Serie so erfolgreich? Weil sie sich die Zeit für ihre liebenswerten Charakter, mit allen ihren Stärken und Schwächen nimmt. So dauert es in der ersten Staffel zwar etwas, bis man in den Turnieralltag starten kann, was aber nicht weiter stört, denn es gibt ja genug interne Probleme zu lösen. Der Zuschauer lernen die Krähen dadurch richtig kennen, so dass man gerade später wirklich nicht anders kann als diese Mannschaft anzufeuern. Schnell kann man Probleme ja auch nicht lösen, und gerade zwischen Hinata und Kageyama kracht es auch später immer mal wieder, denn die beiden sind einfach zu unterschiedlich. Was man aber nicht glauben mag, ist, dass gerade die zwei zum Kernstück des Teams werden, denn ihre Fähigkeiten sind in Kombination fast unschlagbar. Aber nicht nur die Figuren der Karasuno Volleyballmannschaft werden einem sympathisch vorgestellt. Nein, auch ihre Gegenspieler. So zum Beispiel die Volleyballmannschaft der Nekoma Oberschule, gegen die die Krähen bei einem Probespiel alles geben müssen, können Sympathiepunkte sammeln. Und dann ist da ja noch der „Große König“, der kein gutes Wort über Kageyama zu verlieren hat.
Der zweite Pluspunkt besteht aus seinem perfekt platzierten Humor, der einen immer wieder unerwartet erwischt. So passiert es schon mal, dass bei einem Streit zwischen den Streithähnen der Volleyball das Toupet des Konrektors vom Kopf fegt. Oder bei einer verpatzen Angabe von Hinata Kageyama den Ball an den Hinterkopf gepfeffert bekommt, was definitiv in einer Szene endet, die gut und gerne aus einem Horrorfilm hätte stammen können.
Zuletzt kann man sagen, dass aber auch die Spiele ihre Spannung aufbauen und einen so einfach nicht los lassen. Zwar besitzt das Duo Hinata–Kageyama eine Geheimwaffe: ihr schnelles Zuspiel. Doch stellt man sich die Frage, ob das auf Dauer ausreichen wird. Mit Captain Daichi und Libero Nishinoya gibt es eine gute Abwehr, doch was nützt es, den Ball in der Luft zu haben, wenn er es nicht hinter die Wand aus Händen schafft? Wer übrigens Sorge hat, weil er sich mit Volleyball so gar nicht auskennt, der kann beruhigt zugreifen. Haikyuu nimmt sich die Zeit, die Fachbegriffe wie Positionen und Regeln des Spiels zu erklären, da mit Ittetsu Takeda, der Betreuungslehrer der Jungs-Volleyball-Mannschaft der Karasuno Oberschule, ein totaler Neuling am Spielfeldrand sitzt.

Von Turnschuhen, Volleybällen und Krähenfedern – was gibt es fürs Auge?

Mit Production I.G (Psycho-Pass) hat sich ein bekanntes Studio die Rechte am Anime gesichert, welches bereits mit Kuroko no Basuke eine erfolgreiche Sportserie veröffentlichte. Das Charakterdesign wurde von Takahiro Kishida (Durarara!!) originalgetreu adaptiert, genauso wie auch der Rest der Vorlage. Teilweise wurden die Panels wirklich 1 zu 1 umgesetzt und das mit all ihren Kleinigkeiten. So hat jeder der Spieler seine eigenen Turnschuhe. Wirklich beeindruckend sind auch einige der Spielzüge, die fließend daherkommen und das Auge erfreuen. Für die Ohren gibt es einen passenden Soundtrack und die Openings und Ending gehen schnell ins Ohr und wollen gar nicht mehr weg. Für die deutsche Sprachfassung hat man mit Christian Zeiger den Sprecher von Peter Parker in Spider-Man: Homecoming gewählt, den man übrigens auch schon als Nagisa in Free! hören konnte. Für den zweiten Hauptcharakter Kageyama Tobio wurde Roman Wolko engagiert, den der ein oder andere in der Buchverfilmung Die Bestimmung als Peter hören konnte. Mit Konrad Bösherz, der deutschen Stammstimme von Jesse Eisenberg, hat man sich auch einen sehr bekannten Sprecher ins Boot geholt und auch der Rest des Karasuno Teams ist passend besetzt worden.

Ich gehöre zur Fangirlgemeinde, sitze mittlerweile mit Karasuno-Trikot vor dem heimischen Fernseher und genieße zum wohl 4. Mal die Folgen, nun sogar auf deutsch. Es war einfach Liebe nach der ersten Folge, denn es gab so unheimlich viel zu lachen, und da ich selber nicht sonderlich groß bin und die Hobbit- und Zwergenwitze dieser Welt kenne, war mir Hinata sofort sympathisch. Mein persönlicher Lieblingscharakter ist Kageyama, aber ich kann verstehen, wenn es dem einen oder anderen unverständlich erscheint, denn seine arrogante Art ist nicht gerade liebenswert, doch diese bleibt nicht auf Dauer. Im Grunde mag ich das gesamte Karasuno Team und auch einige der Gegenspieler, wie Nekomas Kapitän Kuroo. Beim ersten Anschauen ersten der Folgen wirklich dabei erwischt, wie ich Anfeuerungsrufe und Flüche von mir gegeben habe, als der Ball auf der falschen Seite zu Boden ging. Die Serie packt einen einfach, auch wenn man sich mit logischem Denken ausmalen kann, wie Spiele ausgehen werden. Wobei gerade in der 1. Staffel das Finale gegen Aoba Jousai wirklich unberechenbar wurde. Es war im Grunde hier beides möglich, und ich habe wirklich Woche für Woche gelitten, bis unsere Krähen dann leider doch verloren und ich gefühlt auf dem Sofa eine ganze Tempobox vollgeheult habe.  Über das deutsche Release habe ich mich tierisch gefreut und war gerade auf die deutsche Sprachfassung sehr gespannt und auch sehr besorgt, im Grunde aber völlig umsonst. Die Sprecher sind soweit wie auf dem ersten Volume zu hören wirklich top gewählt worden. Ich kann Haikyu!! nur wärmstens empfehlen, denn die Serie macht einfach Spaß.

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen vom Manga Kenshin an Samurais verloren.

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