Hakuoki Kyoto Winds

Idea Factory International Inc. brachte am 19. Mai 2017 die neueste und überarbeitete Version zu Hakuoki für die Playstation Vita und im August für Steam heraus. Es existieren jetzt schon etliche Portierungen und Spin-Offs, mehrere Animes, Mangas, Light Novels wie auch Stage Plays. Der Erfolg dieses Franchises will nicht abreißen und feiert im September 2018 sogar sein 10-jähriges Jubiläum.

  

Die Edo-Periode neigt sich ihrem Ende zu. Das Shogunat, welches die Macht seit 200 Jahren innehat, wird vom kaiserlichen Hof herausgefordert. Inmitten dieser politischen Unruhe wird die Shinsengumi immer bekannter, sie soll zuerst die Straßen Kyotos vor Ronin beschützen, doch bald repräsentiert sie die letzte tragische Bastion der ehrenvollen Samurai.

Auf der Suche nach dem vermissten Vater

Man schlüpft also in die Rolle von Chizuru (oder wahlweise ein anderer Vorname) Yukimura, die alleine in eine fremde Stadt geht, um nach ihren Vater zu suchen. Für diese Reise kleidet sie sich wie ein Mann, da es für sie als Frau so sicherer ist. Sie will Dr. Matsumoto konsultieren, ein Bekannter ihres Vaters, doch dieser ist gerade nicht da. Nun steht das Mädchen in Männerkleidung allein in Kyoto da, weiß nicht weiter und verläuft sich noch. Als es Nacht wird, zeigt sich die unschöne Seite der Stadt. Einige Ronin sprechen Chizuru an, da sie es auf ihr Kodachi (dickes Kurzschwert) abgesehen haben. Sie flieht vor den drei Männern und versteckt sich in einer Gasse, als sie plötzlich die entsetzten Schreie ihrer Verfolger hört. Chizuru sieht nach, doch in dem Moment bereut sie es zugleich. Denn dort spielt sich grauenhaftes ab, die Ronin werden von drei Männern mit blauen Haori auf brutale Weise abgeschlachtet. Ihr irres Lachen hallt durch die Straßen Kyotos. Chizuru wird zwar von Souji Okita, Hajime Saito und Toshizo Hijikata gerettet, allerdings hat sie etwas gesehen, was nicht für die Augen der Bevölkerung bestimmt war. Deshalb wird sie mit ins Hauptquartier der Shinsengumi mitgenommen, damit diese sich beraten können, wie sie mit dieser Gefahrenquelle umgehen sollen.

Mehr Action als Romantik

Originaltitel Hakuouki Shinkai: Kaze no Shou
Jahr 2015 (J), 2017 (D)
Plattform PlayStation Vita, Steam
Entwickler Otomate
Publisher Idea Factory International Inc.
Genre Visual Novel
Spieler 1
USK

Auch wenn Hakuoki: Kyoto Winds ein Otome Game (Visual Novel für Mädchen/Frauen) ist und man mit einen der Herren zusammenkommen soll, bietet die Geschichte relativ wenig Romantik und ist stark von der gewählten Route abhängig. Stattdessen kriegt man einen relativ guten geschichtlichen Einblick in die damalige Zeit. Da ist nicht viel Platz für eine Romanze in all den politischen wie persönlichen Konflikten, mit denen man als Leser konfrontiert wird. Hinzu kommt noch die Sache mit den Furies, die natürlich nicht historisch ist, aber hier die Shinsengumi regelrecht auffrisst. Sie stellen ein wirklich großes Problem dar und fast jeder der Herren endet so in der kompletten Geschichte, also die Fortsetzung Edo Blossoms mit eingeschlossen. Sanosuke Harada ist der einzige, der bis zum Schluss normal bleibt, und Chikage Kazama gehört sowieso zum Dämonenvolk. Bei Heisuke Toudou und Keisuke Sanan ist die Verwandlung ein unausweichlicher Teil der Geschichte, während es bei den anderen fast nur in der jeweiligen Route passiert bis auf ein paar wenige Ausnahmen.

Die Qual der Wahl bei den Partnern

Es existieren anstatt der sechs ursprünglichen potenziellen Auserwählten aus Hakuoki: Demon of the Fleeting, nun satte zwölf attraktive Herren, deren Gunst man für sich gewinnen kann. Ganz neu dabei sind Hachiro Iba, Ryouma Sakamoto und Kazue Souma, weiterhin stoßen noch die bekannten Charaktere Shinpachi Nagakura, Keisuke Sanan und Susumu Yamazaki zu den Bachelors hinzu. Man muss jetzt nur noch die richtigen Entscheidungen treffen, damit man genügend Liebespunkte bei dem potenziellen Partner sammelt, damit die Reise nach Edo glücklich ausgeht und nicht in Tränen endet. Denn neben einem guten Ende gibt es noch ein schlechtes und das der unerwiderten Liebe.

Zerteilt und dennoch umfangreicher als zuvor

Der Titel deutet schon daraufhin, dass diese Visual Novel im Gegensatz zu ihren Vorgängern, gesplittet wurde. Für manche Leute mag das ärgerlich sein, immerhin hat man nur ein einziges Kapitel von der jeweiligen Route eines Charakters, der Rest davor ist ja allgemein. Wer jetzt allerdings denkt, dass dadurch der Inhalt kürzer ausfällt, der hat sich getäuscht. Denn Kyoto Winds bietet ca. 80 Stunden Lesevergnügen, da jeder Charakter drei Enden hat und dann gibt es noch einen neutralen Schluss. Weiterhin ist Chikage Kazamas Route länger als in den vorhergehenden Versionen, was gerade für seine Fans sehr erfreulich sein dürfte. Außerdem gibt es einige neue Nebencharaktere, die die bekannte Geschichte noch zusätzlich erweitern. So taucht z.B. der Kapitän der 5. Division Kanryusai Takeda in der Geschichte auf oder der Bruder von Kashitaro Itou, Miki Saburo, feiert ebenso seinen Einstand. Um mal zwei der neuen Nebencharaktere zu nennen. Da es 13 verschiedene Routen mit ca. 37 unterschiedliche Enden sind, kommt es öfter zu Wiederholungen in den ersten vier Kapiteln. Daher gibt es eine praktische Skip-Funktion, die es erleichtert bereits gelesene Passagen zu überspringen. Weiterhin werden Antworten, die man schon mal getätigt hat, farblich gekennzeichnet. Ausnahmen gibt es allerdings, z.B. wenn die Route zu Ryouma Sakamoto angestrebt wird. Hier geht die Geschichte stellenweise komplett andere Wege, dadurch sind manche Antworten, obwohl man diese schon in anderen Routen ausgewählt hat, nicht immer markiert.

Ich besitze fast jede Hakuoki-Portierung, die es in den Westen schaffte. Gelesen habe ich aber nur die von der Playstation Portable und nun eben Kyoto Winds. Durch die neuen Inhalte ist es wieder sehr spannend geworden, da man nicht weiß, wann einer der neuen Charaktere auftaucht und in welcher Beziehung sie zur Protagonistin und den anderen Shinsengumi-Mitgliedern stehen. Bei Kanryusai Takeda habe ich es aber echt verflucht, dass er nur ein Nebencharakter ist. Ich finde ihn sehr amüsant, er zickt, schleimt und jammert praktisch gleichzeitig. Zudem wird er von Takehito Koyasu gesprochen, dessen Stimme ich sehr gerne mag. Aber es gibt ja genug andere ansprechende Herren, da wird wirklich fast jeder Geschmack bedient. Auch die Geschichte mag ich sehr und finde es spannend, welche Änderungen auftreten, je nachdem, wen man gewählt hat. Gleichzeitig ist es natürlich auch ein Wermutstropfen, dass man quasi nur die halbe Story bekommt und man von den individuellen Routen mehr in Edo Blossoms zu sehen bekommt als hier. Dennoch kann ich sowohl eingefleischten Fans als auch Neulingen diese gelungene Visual Novel empfehlen, wenn sie die nötigen Englischkenntnisse dafür mitbringen.

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Taria

Taria arbeitet seit einigen Jahren für einen großen Automobilzulieferer in der Produktion. Abseits von der Arbeit beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit vor allem mit Manga, Animes und Videospielen, in diesen Bereichen hat sie genretechnisch einen sehr breiten Geschmack bewiesen. Weiterhin sammelt sie gerne Figuren und anderes Merchandise von den Serien Gintama und JoJo’s Bizarre Adventures.

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