K-ON!

Am 14. Juli 2017 erschien die erste Staffel von K-ON! mit der Gesamtausgabe hierzulande erstmals auf Blu-Ray bei Kazé Anime. Zwar lief die Serie bereits im Frühling 2009 im japanischen Fernsehen, aber der Mix aus Slice-of-Life und Musik ist auch heute noch definitiv einen Blick wert.

   

Frisch auf der High-School angekommen will Ritsu Tainaka ihrem Traum der eigenen Band einen Schritt näher kommen und dem Light Music Club der Schule beitreten. Leider gibt es da ein Problem: Alle bisherigen Mitglieder des Clubs haben die High-School bereits abgeschlossen. Damit der Club nicht dicht machen muss, werden mindestens drei weitere Interessierte benötigt. Binnen kürzester Zeit versammelt Ritsu ihre Kindheitsfreundin Mio Akiyama sowie die beiden unfreiwillig Dazugestoßenen, Tsumugi Kotobuki und Yui Hirasawa, um sich. Damit kann der Cluballtag endlich beginnen!

Süße Mädchen tun süße Dinge

Originaltitel K-ON!
Jahr 2009 (J), 2011 (D)
Episoden 14 (1 Staffel)
Genre Slice of Life, Comedy, Musik
Regisseur Naoko Yamada
Studio Kyoto Animation

Wenn bei K-ON! das Stichwort Musik fällt, sollte man dies eigentlich immer in Anführungszeichen setzen. Zwar mag das Musikspielen auf dem Papier das Ziel des Light Music Clubs sein, doch die bunt durchgewürfelte Gruppe hat meist andere Prioritäten. Im Clubraum faulenzen, bei Tee und Kuchen Schwätzchen halten oder versuchen zu proben, nur um dann von etwas Trivialem abgelenkt zu werden. Mal können sie nicht proben, weil die Gitarristin noch gar keine Gitarre ihr Eigen nennt und erstmal Geld für eine solche verdient werden will, dann stehen schon die Prüfungen an und man trifft sich lieber zum gemeinsamen Lernen. Dabei ist fast jede Aktivität von einer ordentlichen Prise Humor begleitet; zu lachen gibt es also einiges.
Die Dynamik zwischen den Figuren ist gut ausbalanciert und jeder Charakter erfüllt ein Klischee. Doch das macht sie nicht minder sympathisch; das Gegenteil ist der Fall. Ob das Chaotenduo Yui und Ritsu, die ernste, aber schüchterne Mio, die verwöhnte Tsumugi oder eine der vielen interessanten Nebenfiguren – bei der Auswahl sollte jeder seinen Favoriten finden können. Ein, zwei dramatische Einlagen trüben zwar etwas das ansonsten sehr unterhaltsame Gesamtbild, in den meisten Fällen bleibt sich K-ON! aber von der Stimmung her treu.

Der Ton macht die Musik

Doch ganz ohne Musik geht es bei einer Band eben auch nicht und so gibt es immerhin einen originalen Song zu hören, diesen dafür gleich in zwei Variationen. Zieht man das Opening und Ending hinzu, welche von den beiden Sängerinnen der Gruppe gesungen werden, bekommt man einen kleinen, aber feinen J-Pop Mix geboten, welcher definitiv ins Ohr geht. Auch die Hintergrundmusik kann sich hören lassen und passt wunderbar zu dem eher ruhigen Grundton der Serie. Wenn dazwischen mal ein Stück verdächtig nach „Das Model“ von ‚Kraftwerk‘ klingt, ist das sicherlich kein Versehen.

Optisch erinnert die Serie an darauffolgende Werke des Studios Kyoto Animation, doch wirkt der Zeichenstil durch den Einsatz von weniger geraden und mehr geschwungenen Linien insgesamt etwas schlampiger, was zu einem gemütlicheren Look führt. Das gibt der ersten Staffel auch visuell ihre eigene Identität, die sich gut mit dem allgemeinen Ton der Serie versteht. K-ON! bietet leichtherzige Unterhaltung, die man sich an einem langweiligen Nachmittag durchaus mal geben kann. Wenn ich sehe, dass eine Serie Slice-of-Life Elemente und Comedy bietet, bin ich zumindest immer versucht, dieser eine Chance zu geben. Aus dem eigenen Alltag zu entfliehen und dabei etwas zu lachen zu haben, kommt bei mir immer gut an. K-ON! trifft in diesem Fall einfach meinen Geschmack und bietet mir Figuren, denen ich bei fast allem zuschauen könnte, mag es noch so belanglos sein. Interessanterweise ist es aber auch der Zeichenstil, der mir immer in Erinnerung bleiben wird, ist er doch so einzigartig und perfekt auf die Stimmung zugeschnitten, dass ich es nicht verstehen kann, wieso man von diesem bei der zweiten Staffel abgewichen ist.

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Makoto

Irgendwie schlägt sich Makoto durchs Leben, arbeitet aber nie in dem Beruf, den er gelernt hat. Doch findet er daneben immer die Zeit für seine große Leidenschaft: Videospiele. Gute Figuren und spannende Geschichten schätzt er sehr, aber oft reicht es ihm schon aus wenn es was zu lachen gibt oder es ordentlich kracht. Für Filme, Manga und Anime räumt er sich gelegentlich auch Zeit ein. Selbsterklärter Slice-of-Life Spezialist.

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