Metroid: Samus Returns

Es ist lange her, dass die blonde Kopfgeldjägerin in ihren berühmten Varia-Anzug von Nintendo auf ihre letzte Mission geschickt wurde, doch nun ist sie endlich zurück. Man ließ die Fans lange auf einen neuen Metroid-Ableger warten, doch man hat sie für ihre Ausdauer belohnt. Erst vor wenigen Montan wurden auf der E3 2017 zwei neue Metroid-Titel angekündigt, welche die Herzen der Fans höher schlagen ließen. Die Freude wurde dann noch durch die Bekanntgabe bestärkt , dass Metroid: Samus Returns weltweit bereits im selben Jahr auf dem 3DS erscheinen soll. Nun ist es endlich soweit und wir fragen uns, ob der neueste Teil den Erwartungen gerecht werden kann.

    

Folgen wir der Chronologie der Spielreihe, dann finden wir uns in Samus Returns kurz nach den Ereignissen der Prime-Serie wieder. Die Lebensform der Metroid gilt als bedrohlicher Parasit und stellt für die gesamte Population der Galaxie eine vernichtende Gefahr dar. Erst vor kurzer Zeit zogen die niederträchtigen Weltraum-Piraten daraus ihren Nutzen und missbrauchten die Metroid für ihre Experimente um die Galaxie zu erobern. Um weitere Ereignisse dieser Art zu verhindern, sandte die galaktische Föderation mehrere Einheiten zu dem Heimatplanet der Metroid, SR-388, um die letzten ihrer Art aufzusuchen und vollständig zu vernichten. Der Kontakt zu diesen Einheiten brach kurz nach Beginn der Mission ab jedoch nicht ohne eine letzte Botschaft zu übermitteln: „SR-388 beherbergt noch einige Metroid“. Samus Aran, die durch ihre vorherigen Missionen schon weitreichende Erfahrungen mit dieser Lebensform gesammelt hat, wurde von der Föderation beauftragt ebenfalls auf den Planeten zu landen und die Mission abzuschließen.

Ein Blick in die Vergangenheit

Es ist nicht das erste Mal, dass Fans lange auf einen weiteren Metroid-Teil warten mussten. Nach dem 1994 erschienenen Super Metroid ließ Nintendo sogar acht Jahre ins Land ziehen, bis dann gleich zwei neue Spiele angekündigt wurden. Eines für den Handheld (Metroid: Fusion) und das andere für die Heimkonsole (Metroid: Prime) – klingt doch irgendwie sehr vertraut, nicht wahr? Samus Returns stellt nun das 25-jährige Jubiläumswerk und Remake zum 1992 erschienenen Gameboy-Teil Metroid II: Return of Samus dar. Der damalige Gameboy-Ableger war schon einst der Favorit der Fans und das nicht unbegründet. Samus‘ Kampfschiff wurde eingeführt und ist seither ein fester Bestandteil der gesamten Reihe. Viele neue Fähigkeiten kamen hinzu, die auch in späteren Teilen immer mal wieder ihre Verwendung fanden. Und wohl der wichtigste Punkt: Die Evolutionskette der Metroid. Kein Teil zuvor hat es geschafft, sich so auf den namensgebenden Parasit der Spielreihe zu konzentrieren wie dieser und das machten diesen Teil zu etwas ganz Besonderem.

Altbekannt und dennoch neu

Originaltitel Metroid: Samus Returns
Jahr 2017
Plattform Nintendo 3DS
Entwickler MercurySteam
Publisher Nintendo
Genre Action-Adventure
Spieler 1
USK

Man merkt schon nach den ersten Stunden, dass man hier ein Metroid der klassischen Art vor sich hat, welches den Charme der vorigen 2D-Teile wieder aufleben lässt: Die unheimliche Stimmung wenn man mit einer durchweg stummen Samus durch die labyrinthartigen Gänge des Planeten SR-388 läuft und alles wegballert was einem in die Quere kommt. Die vielseitigen Geheimnisse, welche es durch Rätseleinlagen zu bergen gilt, um sein Arsenal mit Raketen, Super Raketen, Power Bomben und Energie Tanks auszubauen oder um hilfreiche Erweiterungen für Samus‘ Anzug zu finden. So wie man es schon immer gewohnt war. Dennoch fällt einem schnell auf, dass sich auch vieles geändert hat – mit sehr positivem Beigeschmack. Alles spielt sich flüssiger und dynamischer, die Gebiete sind größer und verwirrender und die Gegner hartnäckiger und schwerer als je zuvor, denn schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad wird man selbst als erfahrener Metroidkenner Samus mehr als nur einmal sterbend aus ihrem Anzug in ihrer Zero-Suit hüpfen sehen. Vertraute des Originals können eventuell abstrakte Umrisse des damaligen Kartenlayouts wiedererkennen, jedoch wurden alle begehbaren Bereiche erneuert und um ein Vielfaches erweitert. Zudem wurden neue Fähigkeiten eingebaut und alles wird von einem bekannten Soundtrack mit neuen Variationen begleitet, wieder aber auch für nostalgische Momente sorgt. Die 3D-Hintergründe können sich ebenfalls sehen lassen und vermitteln einen unheimlichen Eindruck.

360° und weitere heiße Features!

Schon früh wurde bekannt, dass das neue 2D-Metroid mit vielen neuen Gameplay-Features ausgestattet sein wird, die so vorher noch nie dagewesen waren. So kann Samus nicht nur, wie aus den alten Teilen bekannt, im 45°-Winkel Plasma pusten, sondern nun auch durch das Halten der linken Schultertaste Monster des Planeten SR-388 aus ALLEN Winkeln abmurksen. Skepsis kam auf als man Samus einen Konter ausführen sah und die Frage im Raum stand wie stark und wichtig diese Attacke wohl im Gameplay integriert sein werde und ob es sich überhaupt vernünftig spielen lasse. Die Antwort darauf ist einfach: Der Konter ist für das Spiel unabdingbar, denn fast jede Attacke der Gegner gilt es kontern. Richtiges Timing ist dabei sehr wichtig, um nicht schnell Energiemangel zu leiden. Zu Beginn ist dies zwar noch gewöhnungsbedürftig, geht aber nach weniger Zeit in Fleisch und Blut über. Neu sind auch die Aeonen-Kräfte die Samus auf der Suche nach den 40 Metroid immer weiter in die Tiefen des Planeten SR-388 führen. Zum Beispiel ist es ihr nun möglich mit Hilfe der Aeonen-Kraft „Scan Pulse“ neue Gebiete leichter zu erforschen. Oder aber man verleiht ihr mehr Schutz, um sie vor gegnerischen Gefahren zu bewahren. Erleichterung findet man auch durch die neu eingeführten Teleportern, mit denen man schnell und zügig von A nach B reisen kann, um weitere Geheimnisse zu lüften, die zuvor durch Mangel an Fähigkeiten noch nicht erreichbar waren.

Ich wuchs mit Super Metroid auf und habe es öfter durchgespielt als ich es mit meinen Fingern je abzählen könnte, daher war ich mehr als nur Feuer und Flamme als Samus Returns für den 3DS angekündigt wurde. Meine Begeisterung für die Spielreihe war sofort wieder entfacht. Nintendo und MercurySteam gelang mit diesem Remake ein fantastischer Paukenschlag, der sich beim Spielen einfach richtig anfühlt. Gerade die vielen Neuerungen sind eine wahre Wohltat und lassen das Spielerlebnis noch dynamischer und moderner wirken. Die Musik sorgt für wunderschöne nostalgische Momente und der Umfang des Spiels fällt mit großzügigen 13~15 Stunden überraschend riesig aus. Auch Neueinsteiger sollten einen Blick darauf werfen. Ein Problem könnte aber durchaus der stark angezogene Schwierigkeitsgrad werden der zu Frustmomente führen kann. Dennoch erfüllt das Spiel alle Erwartungen und stellt ein mehr als überzeugendes Endergebnis dar – das lange Warten hat sich definitiv gelohnt. Da bleibt nur noch zu hoffen, dass Nintendo und MercurySteam einen würdigen Nachfolger aus den Boden stampfen, der dieses Mal nicht allzu lange auf sich warten lässt.

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nipah

Am Tage versucht nipah durch Beratungen als Kaufmann uninteressantes Zeug an Leute zu verkaufen die es anscheinend nötig haben. Ob er selbst bei sich was kaufen würde? Wohl eher nicht aber sein eigentliches Interesse liegt auch nicht beim verkaufen sondern vielmehr beim kaufen, insbesondere Unterhaltungsmedien. Größtes Hobby dabei sind Spiele auf so gut wie allen Plattformen unterschiedlichster Art und Weise. Auch für die japanische Kultur hegt nipah Begeisterung und ist dabei mit großer Motivation die Sprache zu erlernen.

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