Ollies total verrückte Farm

Nach langer, sehr langer Zeit, bringt Pidax film media Ltd. mit Ollies Total Verrückte Farm nun endlich einen Klassiker auf DVD raus, der zur Zeit seiner Erstausstrahlung 1991 auf Sat. 1 den meisten wohl als Anime garnicht gewahr wurde und seit 1997 auch nicht mehr im Fernsehen zu sehen war. Das Theater um Ollies Farm ist somit wieder eröffnet und wird vorraussichtlich auf 4 DVD-Boxen à 13 Folgen veröffentlicht werden, wobei sich je 6-7 Folgen auf eine DVD fassen lassen.

Ein Ochse in roten Hosen und Holzschuhen gegen das Chaos der Tierwelt. Ollie, der Ochse, würde gerne einfach irgendwo zwischen Wald und Wiesen ein gemütliches Leben als Farmer führen, wären da nicht sowohl die üblichen Farmtiere, wie Schweine, Gänse, Hühner und Kühe, wie auch wahre Exoten aus allen Teilen der Welt, Löwen, Tintenfische, Affen und Nashörner, die ihn ordentlich auf Trab halten. Kommentiert wird das ganze zu allem Überdruss auch noch von Schildkröte Hans (Ollies bester Freund), sowie einem Tukan aus dem Off.

Eine ungewöhnliche Koproduktion

Originaltitel Geragera Boes Monogatari
Jahr 1988
Episoden 52
Genre Comedy
Regisseur Hiroshi Sasagawa
Studio Cosmos Studio

Die Serie, eine niederländisch-japanisch-amerikanische Koproduktion, nimmt sich in keinem Augenblick ernst und ist oft mehr eine Aneinanderreihung von Gags, die aus einem Bilderbuch stammen könnten, denn von einer wirklichen Handlung geprägt. Zudem sollten vielleicht gerade Tierliebhaber ein Auge zudrücken, denn was Ollie mit den Tieren anstellt, diese aber auch untereinander für Beulen und fliegende Federn sorgen, ist und wird auch oft nicht zur Nachahmung empfohlen. Spätestens aber, wenn ein Pferd durch kräftiges Ziehen am Hals zur Giraffe wird oder Schäfchen sich als Wolken am Himmel tarnen, ist klar, diese Serie spielt viel mit der Phantasie und dem „was wäre, wenn“.

Tiere außer Rand und Band
In Momenten, in denen der Fuchs von den Hühnern an einen Pfahl gefesselt wird und diese dann beschwörend darum herum tanzen, ist die Serie einfach nur brüllend komisch. Oder wenn eine Henne, die alles mögliche ausbrüten muss, auf Reisen geht. Und ist ein Nashorn wirklich ein so guter Schlüsseldienst? Egal, was passiert, Ollie muss es wieder richten oder es zumindest versuchen, was durch die bissigen Kommentare des Tukans, der kein Blatt vor den Mund nimmt, noch die perfekte Würze bekommt. Gespickt mit vielen Wortspielen erinnert die Serie insofern vielleicht ein bisschen an Oggie und die Kakerlaken, nur sind die Geschehnisse hier viel verspielter, so kann wirklich alles geschehen, hauptsache es ist die größtmögliche Katastrophe. Man muss aber sagen, dass auf seltsame Weise im Endeffekt keinem Tier etwas ernsthaftes geschieht. Denn egal was zu Bruch geht, in der nächsten Szene ist es wieder da. Gerade Hans kann davon ein Lied singen, ist es ja einer der größten Running-Gags, dass sein Haus und Panzer immerzu auseinander fällt.

Ich musste mit den Figuren erst einmal warm werden, aber wenn man über die Tortur der Zeichentricktiere in ihren Abenteuern hinwegsieht, ist die Serie sehr unterhaltsam und zum Mitfiebern bei all den Schwierigkeiten, vor die Ollie immer wieder gestellt wird. Dass die Serie auch schon etwas älter ist, tut ihr aber in meinen Augen keinen Abbruch. Die Animationen sind passend, nur schade, dass man heutzutage Serien wie diese wohl zu kritisch hinterfragen würde, dabei wagt sie sich einfach viel mehr Gedankenexperimente umzusetzen als andere Serien z.B. kann man einen Tintenfisch aufblasen und mit ihm eine Ballonfahrt machen? Ja, man kann. Aber geht das lange gut? Nicht, wenn Ollie im Ballon sitzt. Kurzum ist die Serie wohl für Kinder am unterhaltsamsten, was aber nicht heißt, dass man sich als fantasievoller Erwachsener nicht auch noch wundern könnte.

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