Pretty Little Liars

Ende Juni 2017 ging in den USA eine Ära zu Ende: Die beliebte Jugendserie Pretty Little Liars, die ursprünglich lose auf den gleichnamigen Romanen von Sara Shepard basiert, enthüllte im Finale nach sieben Staffeln auch das letzte Geheimnis. Immerhin sieben Jahre lang war die US-Mysteryserie, rund um eine Mädchengruppe, die von jemandem namens „A“ bedroht wird, das Zugpferd des US-Senders Freeform. Im folgenden Artikel werfen wir einen Blick darauf, was einen Neuling hier erwartet. Dabei wird jedoch kein schwerwiegender Spoiler vorkommen, schließlich lebt die Serie eindeutig von ihrer Spannung.

  

Die vier Freundinnen Hanna Marin, Aria Montgomery, Spencer Hastings und Emily Fields erlebten vor einem Jahr eine große Wendung in ihrem Leben: Ihre Freundin Alison DiLaurentis verschwand spurlos. Doch nicht nur das persönliche Leben der Mädchen wurde aus dem Gleichgewicht gebracht, auch ihr Heimatort Rosewood kommt seit diesem Vorfall nicht mehr zur Ruhe. Nach dem Verschwinden von Alison war Aria ein Jahr im Ausland und als sie zurück nach Rosewood kommt, muss sie feststellen, dass sich ihre Freundinnen auseinandergelebt haben. Doch dann wird die Leiche von Alison gefunden und die vier Mädchen erhalten plötzlich mysteriöse Drohungen von einer anonymen Person namens „A“. Dies ist der Beginn von etwas Großem und die Teenager müssen nicht nur versuchen, ihre Freundschaft wieder aufleben zu lassen, sondern gleichzeitig nachforschen, was mit Alison passiert ist …

Eine Wendung hier, eine Wendung da

Wie das Titellied „Secret“ bereits andeutet, geht es hier besonders um verschiedene Lügen und Geheimnisse, die sich durch die gesamte Fülle an Charakteren ziehen. Hier ist definitiv kein Charakter eine absolut ehrliche Haut: Es beginnt harmlos mit der geheimen Affäre von Arias Vater oder der heimlichen Homosexualität von Emily. Doch mit dem weiteren Verlauf der Geschichte werden die Lügen immer schwerwiegender und die Serie macht selbstverständlich nicht davor Halt, den Zuschauer selbst zu belügen – schließlich soll es ja spannend bleiben! Dementsprechend gibt es stellenweise im Sekundentakt Plotwendungen, die man oft tatsächlich nicht vorausgesehen hätte. Im Gegenzug bleibt die Freeform-Serie alles andere als bodenständig und verstrickt sich hin und wieder auch in Widersprüche.

Originaltitel Pretty Little Liars
Erscheinungsjahr 2010 – 2017
Episoden
160 (7 Staffeln)
Genre Drama, Mystery, Romance
Cast Spencer Hastings: Troian Bellisario
Aria Montgomery: Lucy Hale
Emily Fields: Shay Mitchell
Hana Marin: Ashley Benson
Alison DiLaurentis: Sasha Pieterse

Girls-Clique mit Stil

Auf den ersten Blick haben wir hier recht stereotypische Charaktere, doch mit der Zeit entwickeln sich einige von ihnen durchaus mehrdimensional und auf spannende Weise. Dies kann man vor allem auf Spencer Hastings beziehen, die unter starkem Leistungsdruck steht und die interessanteste Entwicklung der Mädchen durchmacht. Zudem ist ihre Rolle letzlich viel größer und komplexer, als man am Anfang je vermutet hätte. Selbstverständlich sind die vier Hauptdarstellerinnen immer perfekt gekleidet und haben alle ihren individuellen Stil – sicherlich auch, um der Hauptzielgruppe gerecht zu werden. Genau das macht aber auch die schöne Gruppen-Dynamik aus, da sich die Mädchen eigentlich sehr unterscheiden: Spencer ist beispielweise eindeutig die Intellektuelle, während Emily die Rolle der sportlichen Schwimmerin zufällt.

It‘s all about Love

Natürlich darf eine Serie wie PLL nicht auf viele romantische Beziehungen verzichten. Im Laufe der Zeit haben die Protagonistinnen verschiedene Liebesbeziehungen, auch wenn man nach einiger Zeit sieht, für wen das Herz am Ende vermutlich schlägt. Da hätten wir Hana mit dem Computergenie Caleb oder auch Aria, die direkt in der ersten Folge ihren zukünftigen Lehrer küsst – und mit diesem auch eine geheime Affäre eingeht. Dennoch haben die Charaktere nach sieben Staffeln einen ziemlichen Verschleiß an Jungs und Mädels vorzulegen. An manche dieser kurzen Anbandlungen der vier Mädchen erinnert man sich schnell nicht mehr, aber vielleicht macht es das auch ein wenig realistischer: Es handelt sich nämlich immer noch um Highschool-Schülerinnen. Trotzdem hat es die Serie auch auf romantischer Ebene nicht so sehr mit Realismus, was aber vielleicht auch besser so ist. Nur wenn nach fünf Jahren, in denen man vom Teenager zur Erwachsenen geworden ist, wirklich ausnahmslos jede der Mädchen noch erwiderte Gefühle für den Highschool-Partner aufweist, wird es ein wenig merkwürdig.

„A“ als anonymer Teenager-Schreck

Dreh- und Angelpunkt des Mystery-Erfolgs bleibt „A“ als Gegner und die Spurensache nach den Umständen von Alisons Tod – wobei hier immer mehr über die schicksalhafte Nacht, in der das Mädchen verschwand, ans Licht kommt. Da man Alison nicht mehr lebend kennen lernt, beziehen sich die Szenen, in denen sie vorkommt, stets auf vergangene Ereignisse, die zumeist hervorheben, was für ein Biest die Blondine doch war: Schließlich hat sie auch die Liars bedroht oder geärgert, obwohl es sich eigentlich um ihre Freundinnen handelte. Deshalb gibt es auch viele, die Interesse daran haben könnten, dass Alison stirbt und ihre Freundinnen leiden.

Die Aktionen von „A“ sind vielfältig und es scheint, als hätte diese Person überall ihre Augen und Ohren. Zwar nimmt die Mädchenclique ihren Gegenspieler zunächst auf die leichte Schulter, doch bald verstehen sie den Ernst hinter dem wahren Psychoterror. Wenn man genauer über „A“ nachdenkt, müsste man anhand seiner Fähigkeiten denken, dass dieser nur ein übernatürliches Wesen sein könnte. Allerdings handelt es sich nicht um ein solches Wesen, trotz dessen, dass es logisch kaum machbar ist.

Pretty Little Liars ist nicht umsonst so erfolgreich: Die Serie ist wirklich spannend, überrascht immer wieder und hat viele interessante Charaktere, die mal liebenswürdig und mal einfach nur gruselig sind. Vor allem Spencer, Emily und Caleb habe ich in mein Herz geschlossen und es ist ein besonderes Gefühl, mit den Charakteren so viel zu erleben. Ich konnte den Mystery-Erfolg in wenigen Wochen suchten und bezeichne mich als großer Fan. Zwar sollte man sich lieber nicht so sehr den Kopf über die Handlung und die Zusammenhänge zerbrechen (sonst bekommt man nur Kopfschmerzen), aber der Unterhaltungsfaktor ist einfach enorm. Am besten eignet sich PLL, um mit ein paar Freunden und frischem Popcorn die „Was zum …?!“-Momente zu frönen. Gerade die letzten Staffeln haben manchen Schwachsinn auf die Spitze getrieben, aber es macht einfach Spaß und übt einen gewissen Bann aus. Ich bin zwar auch mit manchen Auflösungen nicht zufrieden gewesen, aber an der Freude, die ich am Schauen hatte und habe, ändert dies auch nichts. Wer Mystery-Jugendserien etwas abgewinnen kann und auch über Unstimmigkeiten hinweg sehen kann, sollte es auf jeden Fall mal mit der Unterhaltungsbombe versuchen.

Zweite Meinung:

Anfangs begeisterte mich die Serie durch ihre Plot-Twists und das Miträtseln, wer denn nun „A“ ist. Mit zunehmender Staffelanzahl wurde es immer skurriler, immer unglaubwürdiger. Ad absurdum wurde das Ganze wohl mit dem Halbfinale der siebten Staffel geführt. Ich habe selten so gelacht. Da kann nicht einmal das Staffelfinale selbst mithalten. Für mich hätte die Serie definitiv nach Staffel 5 enden können. Das Finale wäre auch ein gutes Serienende gewesen, aber man wollte die Mädels wohl noch etwas weiterquälen. Den Zuschauer ebenso? Könnte man fast meinen und hätte ich nicht irgendwann angefangen, die Serie einfach nicht mehr ernst zu nehmen, hätte ich sie vermutlich nicht bis zum Ende geschaut. Aber man muss PLL wirklich zugute halten, dass man hier einen ganz eigenen Unterhaltungswert geboten bekommt. Nicht die Story an sich macht’s, sondern der unumstößliche Zusammenhalt der Mädels und vor allem dieses Final-Destination-Feeling (nicht wegen der vielen Todesfälle); wie abgefahren wird es denn noch? So macht die Serie bis zum Ende Spaß. Eiserne Regel dabei: Niemals die Logik oder das Verhalten der Protagonisten hinterfragen. Dann kann man sich wunderbar amüsieren. Spannend? Ja, Nein, Vielleicht? Doch, durchaus. Man fragt sich ständig, wie das Ganze noch einigermaßen glaubhaft aufgelöst werden soll, ob man schlaug genug ist, dieses eine Mal Kopien anzufertigen. Ein kleines bisschen wehmütig war ich sogar, als die letzte Folge zu Ende ging. Es sind eben doch sieben Jahre, die man die Mädels gestalkt hat. Aber es ist gut, dass die Serie ein Ende gefunden hat.

 

Diesen Artikel teilen

Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

Hinterlasse einen Kommentar

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
wpDiscuz