Eine Weihnachtsgeschichte

Eine Weihnachtsgeschichte (A Christmas Carol) von Charles Dickens ist ein Klassiker der Weltliteratur. Sie zählt zu den bekanntesten Erzählungen des englischen Schriftstellers und wurde im Dezember 1843 erstmals veröffentlicht. Die Geschichte handelt von dem Geizhals Ebenezer Scrooge, der in einer Nacht von vier Geistern besucht wird, die ihm die Konsequenzen seines Lebens aufzeigen und ihm helfen, es zu ändern.

 

Ebenezer Scrooge ist kaltherzig, geizig und er hasst Weihnachten. Ganz London freut sich auf die Feiertage, doch diese Stimmung und das Lachen der Menschen lässt ihn kalt. In einer Nacht erscheint ihm der Geist seines verstorbenen Partners Marley und kündigt ihm an, das ihn drei weitere Geister besuchen werden: der Geist der vergangenen, der diesjährigen und der zukünftigen Weihnacht. Entsprechend ihrer Namen zeigen sie ihm vergangene, gegenwärtige und zukünftige Weihnachtsabende. Auf ihrer Reise durch die Zeit begegnet sich dabei Ebenezer Scrooge regelmäßig selbst und fängt an die Bedeutung von Weihnachten zu verstehen.

Ein Weihnachtslied mit fünf Strophen

Originaltitel A Christmas Carol in Prose
Ursprungsland USA
Jahr 1843
Typ Erzählung
Bände 1
Genre Drama
Autor Charles Dickens
Verlag Dressler Verlag (2002)

Die Geschichte ist unter mehreren Titeln bekannt, im Deutschen zumeist Eine Weihnachtsgeschichte. Wörtlich übersetzt würde er „Ein Weihnachtslied in Prosa“ heißen, was sehr passend ist, da die einzelnen Kapitel als Strophen bezeichnet werden. In der ersten Strophe wird Ebenezer Scrooge von seinem ehemaligen Partner und einzigen Freund Marley besucht, der mit Eisenketten behangen vor ihm steht. Diese hat er sich durch die Gier nach Geld und seine Kaltherzigkeit selbst geschmiedet. Scrooge besitzt ebenfalls eine solche Kette, die sogar noch größer sein soll als Marleys Last. Die drei Geister sollen ihm helfen, sein Leben zu retten. Der erste Geist nimmt Scrooge mit in seine Vergangenheit, beginnend in seiner Kindheit bis hin zu seiner ersten großen Liebe, die ihm allerdings nicht so wichtig war wie sein Geld. Ein zweiter Geist zeigt ihm wie sein Angestellter Robert „Bob“ Cratchit gemeinsam mit seiner Familie das diesjährige Weihnachtsfest feiert und was Scrooges Neffe Fred am Weihnachtsabend alles über seinen Onkel erzählt. In die Zukunft wird Scrooge vom dritten Geist geführt, der kein Wort mit ihm redet und ihm zeigt, wie unbeliebt er ist. Die letzte Strophe ist sehr düster und zeigt Scrooge sowohl sein eigenes Schicksal als auch das eines Kindes, was ihn sehr mitnimmt.

Weihnachten das Fest der Liebe

Die Erzählung von Charles Dickens weist auf einen wesentlichen Punkt von Weihnachten hin; es kommt nicht darauf an, wie wohlhabend man ist, sondern darauf, es mit Menschen zu verbringen, die man liebt. Auch wenn jemand am Weihnachtsabend viel Geld hat, macht ihn das lange nicht glücklich. Das wird Ebenezer Scrooge durch das Weihnachtsfest bei seinem Angestellten deutlich gemacht. Er bekommt eine Chance, sich zu verändern und ihm wird sehr schnell klar, dass sein Vermögen nicht zählt und er ergreift sie. Seine Wandlung vom Griesgram zum Mann, der wieder lachen kann, ist der Hauptpunkt der Geschichte. Die Erkenntnis, das es so nicht weiter gehen kann, kommt Scrooge überraschender Weise recht schnell; nämlich nach dem Besuch des ersten Geistes.

Eine Geschichte ohne Grenzen

Die Erzählung von Charles Dickens wurde sehr oft adaptiert; sowohl Filme als auch Serien, Musicals, Theaterstücke und auch Zeichentrickversionen existieren von der Geschichte aus dem 19. Jahrhundert. Die erste bekannte Verfilmung war ein britischer Kurzfilm unter dem Titel Scrooge, or Marley’s Ghost aus dem Jahr 1901. Sehr bekannt ist Mickys Weihnachtserzählung von 1983 ebenso wie Die Geister die ich rief mit Bill Murray (Ghostbusters) von 1988. Auch die Muppets Weihnachtsgeschichte und Disneys Eine Weihnachtsgeschichte mit Jim Carrey (Ace Ventura) und Gary Oldman (Das fünfte Element) sind sehr berühmt. Selbst in der Literatur gibt es verschiedene Ausgaben, manche haben Illustrationen, andere haben sogar eine andere Sprachfassung. Zu guter Letzt noch ein wenig Trivia: Der US-amerikanische Comic Zeichner Carl Barks nahm Ebenezer Scrooge als Vorbild und nannte eine seiner bekanntesten Figuren „Scrooge McDuck.“ Im Deutschen wurde daraus allerdings Dagobert Duck.

Die Geschichte eines geizigen alten Mannes, der von Geistern an Weihnachten heimgesucht wird, war mir schon lange bekannt. Auch durch den Film, Die Geister die ich rief, hatte ich ein Bild von Scrooge vor mir. Das Buch gefällt mir sehr und war die erste Geschichte von Charles Dickens, die ich gelesen habe. Zu Beginn musste ich mich an die Sprache ein bisschen gewöhnen, und ab und zu Sätze zweimal lesen, bis ich sie richtig verstanden habe. Ist man drin, liest es sich aber sehr gut. Die Beschreibungen, gerade von den Geistern sind eindrücklich, sowohl vom Aussehen her als auch von ihrer Art, wie sie Scrooge begegnen und ihn mitnehmen. Auch Ebenezer Scrooge hat mir mit seiner Wandlung und seiner Veränderung sehr gut gefallen. Er versteht schnell, dass er etwas in seinem Leben ändern muss und das tut er auch, ohne zu versuchen irgendwelche Ausreden zu finden, warum er Jahre lang so gehandelt und Weihnachten gehasst hat. Er fängt an zu lachen und genau da musste ich beim Lesen auch lächeln. Es ist eine schöne Geschichte mit einem schönen Ende, die aber auch deutlich macht, in welch verschiedenen Verhältnissen Menschen leben, die trotz Krankheit oder Armut Weihnachten feiern, alles vergessen, einfach nur Spaß haben und das Fest genießen wollen.

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