Soul Eater

Hexen, Shinigamis, Dämonen und Waffenmeister – in der Welt des Animes Soul Eater alltäglich. Zum ersten Mal 2008 als Animeumsetzung des gleichnamigen Mangas im japanischen TV gestartet, veröffentlichte der Publisher Polyband die Serie vor einigen Jahren mit deutscher Synchronisation. 2017 wird dem 51-teiligen Anime in zwei Varianten eine Neuveröffentlichung spendiert, einmal als Komplettbox auf DVD und in zwei Boxen erstmals auf Blu-ray.

    

Menschen leben mit übernatürlichen Wesen zusammen in der Stadt Death City. Die Schüler der Shinigami Fachschule für Waffenhandwerk (kurz „Shibusen“) werden vom Totengott Shinigami und dessen untergeordneten Lehrern zu Waffenmeistern ausgebildet. Jeder der Schüler hat einen oder mehrere lebende Waffen als Teampartner, die beliebig zwischen der Form als Mensch und als Waffe wechseln können. Ziel ist es, den Partner in eine Death Scythe zu verwandeln. Um dies zu erreichen, müssen die Schüler 99 verdorbene Seelen sowie eine Hexenseele sammeln. Diese verdorbenen Seelen werden als „Kishin-Eier“ bezeichnet, da sie bei zu langer Existenz zu einem sogenannten Kishin werden würden. Dieser Dämonengott hat die Welt vor Jahren bereits einmal ins Chaos gestürzt. Dieser Aufgabe nimmt sich auch die junge Waffenmeisterin Maka Albarn mit ihrem Partner Soul Eater Evans an…

Eine verrückte Truppe

Die Protagonistin Maka ist die Tochter einer berühmten Waffenmeisterin und einer Death Scythe. Ihr Vater wird von ihr jedoch kaum geschätzt, da er ein Frauenheld ist und sich in ihren Augen oft peinlich verhält. Makas Sense Soul ist hingegen darauf bedacht, immer möglichst cool herüberzukommen. Er wird häufig von Maka zurechtgestutzt, doch sie vertrauen sich blind und bilden deshalb ein sehr gut harmonierendes Team. Doch sie sind nicht die einzigen Teenager, die Jagd auf die Kishin-Eier machen. Neben ihnen gibt es noch den chaotischen und übermäßig selbstbewussten Attentäter Black Star mit seiner Ninjawaffe Tsubaki. Black Star kommt aus einem Clan von Ninjas und ist so selbstsicher, dass ihm das oft zum Verhängnis wird. Die gutherzige Tsubaki wird deshalb vor allem zu Beginn der Serie vermehrt gefragt, ob er ihr nicht nur ein Klotz am Bein sei – das Mädchen erkennt jedoch das wahre Potenzial in ihrem Meister und hält deswegen zu ihm. Zuletzt ist da noch Death the Kid, welcher der Sohn des Shinigami ist und eine Zwangsstörung hat, wodurch für ihn alles symmetrisch sein muss. Ironischerweise ist es jedoch so, dass er selbst auf der einen Seite zwar rein schwarzes Haar hat, aber auf der anderen Seite drei weiße Streifen besitzt. Dies deprimiert ihn sehr, weswegen man ihn besser nicht darauf hinweisen sollte. Im Gegensatz zu Maka und Black Star nutzt er sogar zwei Waffen, nämlich die Zwillingspistolen Liz und Patty. Auch dies hängt mit seinem Hang zur Symmetrie zusammen, weshalb er sich immer wieder verärgert darüber beschwert, wie unterschiedlich die Schwestern in ihrer menschlichen Form aussehen. Liz ist die älteste der Schwestern und schon eine der reifesten Figuren, hat dafür jedoch schnell Angst. Ihre jüngere Schwester Patty ist etwas unterbelichtet und naiv, dafür aber auch immer fröhlich und furchtlos. Die ersten drei Episoden des Animes werden passenderweise als Prolog 1, Prolog 2 und Prolog 3 betitelt, da in diesen die jeweiligen Teams vorgestellt werden. Insgesamt sorgen die Eigenheiten der Charaktere für viel Witz und werden nicht langweilig. Doch auch die anderen Charaktere sind nicht gerade bodenständig, so gibt es den verrückten Wissenschaftler Dr. Stein, welcher wortwörtlich eine Schraube locker hat, oder auch den Zombielehrer Sid. Im späteren Verlauf der Serie werden die Reihen der erwachsenen Charaktere mit neuen Figuren bereichert, darunter beispielsweise die junge Frau Marie, welche zur Verstärkung nach Death City beordert wird. Sie ist die Death Scythe aus Ozeanien und ein eher gemächlicher Typ.

Die Seele ist, worauf es wirklich ankommt

Originaltitel Soul Eater
Jahr 2008 – 2009
Episoden 51 (1 Staffel)
Genre Action, Fantasy
Regisseur Takuya Igarashi
Studio Studio Bones

Wie der Titel schon sagt, dreht sich in Soul Eater nahezu alles um die Seele. Wenn ein Meister und seine Waffe seelisch nicht harmonieren, kann das ordentlich schief gehen. So sind manche Meister/Waffen schwerer zu kombinieren als andere, dabei soll eine ruhige Seele wie die von Tsubaki auf beispielsweise fast jeden Meister passen. Die Meister können die Kraft einer Seele sogar fühlen und mittels Seelenwellen sind auch Angriffe möglich. Dass sich der Anime besonders zu Beginn nicht gerade ernst nimmt, zeigt sich bereits in der ersten Folge. Denn Maka und Soul stehen dort schon kurz vor der Erfüllung ihres Ziels, sie haben 99 Kishin-Eier erbeutet. Nur noch die Seele einer Hexe fehlt und die Jugendlichen glauben, diese in einer jungen Frau namens Blair gefunden zu haben, schließlich wohnt sie in einem Kürbis, trägt einen Hexenhut und wendet starke Magie an. Leider schlagen mehrere Angriffe fehl, da Soul durch die attraktive Erscheinung von Blair mit Nasenbluten außer Gefecht gesetzt wird. Dennoch schaffen sie es, Blair zu erledigen und Soul verspeist die „finale“ Seele – unnötigerweise. Denn Blair ist gar keine Hexe, sondern eine einfache Katze mit starken magischen Fähigkeiten. Da sie neun Leben besitzt, kann sie noch immer fröhlich durch die Gänge spazieren, während Maka und Soul alle bereits gesammelten Seelen zur Strafe entzogen werden. Das Team steht wieder am Anfang.

Mörderische Welt

Die Welt des Animes ist nach dem Vorbild bekannter Horrer-Elemente erschaffen worden. Die Sonne und der Mond haben Gesichter, die gerne einfach gehässig über die Misserfolge der Helden lachen. Dr. Stein ist mit seinem vollständigen Namen Franken Stein eine deutliche Anspielung auf Frankenstein und der Gegner, der in der ersten Szene des Animes auftaucht, trägt den Namen Jack the Ripper. Die Hexe Medusa ist ebenso nach einer bekannten Figur der griechischen Mythologie benannt und eine der aktivsten Hauptantagonisten der Serie. Die mächtige Hexe hat das Ziel, den Kishin wiederzubeleben und nutzt dafür ihr eigenes Kind Chrona. Medusa hat das Blut Chronas kurz nach der Geburt ausgetauscht und mit dem der Waffe Ragnarök verschmolzen, weshalb Waffe und Meister quasi eins sind. Obwohl Medusa ursprünglich Chrona zum neuen Kishin machen wollte, ändert sie diesen Plan und befreit den allerersten Kishin Asura, welcher unter der Shibusen versiegelt war. Dieser wird in der zweiten Hälfte neben Medusas Schwester Arachne zum Hauptantagonist.  Soul Eater bietet trotz der absurden Szenen und dem vielen Witz besonders in der zweiten Hälfte auch ernste Szenarien. Die Story ist packend erzählt und wird nicht schamlos ins Lächerliche gezogen, sondern hält sich an das trotz allem durchaus düstere Setting. Der Humor bleibt dennoch durchgehend vorhanden und wird häufig durch amüsante Grimassen der Figuren unterstützt. Die 51 Episoden erzählen insgesamt eine relativ runde Geschichte, die jedoch ab Episode 35 komplett eigene Wege geht und somit grundlegend von der gleichnamigen Mangavorlage abweicht. Die beiden Openings „Resonance“ und „Paper Moon“ passen perfekt auf den Anime, wobei der Soundtrack an sich ebenso zu überzeugen weiß. Insbesondere in den vielen Actionszenen trägt dieser stark zur Atmosphäre bei.

Soul Eater ist in meinen Augen einer der unterhaltsamsten Animes aller Zeiten. Die Welt ist einzigartig, die Charaktere haben alle ihren eigenen Charme und besonders der Humor ist einfach fantastisch. Bei vielen Folgen saß ich mit einem dicken Grinsen vor dem heimischen TV-Bildschirm, zu absurd sind nicht wenige der Szenen. Die Action und der Soundtrack geben dem Anime dann die nötige Würze, um auch wirklich packend zu sein. Zudem ist Medusa einer meiner liebsten Antagonisten überhaupt, sie ist mit ihren Schlangen einfach cool und hat auch eine Menge auf dem Kasten. Zusätzlich ist sie ziemlich zäh und nachdem sie den Körper der kleinen Rachel übernommen hat, ist sie einfach extrem süß. Zumal dieser Aspekt noch einmal für viel Humor gesorgt hat, da sie mit ihrer kindlichen Gestalt gerne versucht, ihre Gegner übers Ohr zu hauen. Zwar ist es furchtbar, was sie ihrem eigenen Kind angetan hat, aber dies unterstreicht erneut wie herzlos durchtrieben und finster sie doch ist.  Auch wenn ich mittlerweile den Manga kenne, so tut das dem Spaß keinen Abbruch. Der Anime geht zwar seine eigenen Wege, doch dies macht es auch zusätzlich interessant, zumal das alternative Ende auch keinen schlechten Abschluss darstellt.  Obwohl es natürlich schon offener ist als der Manga, da nicht gezeigt wird, wie/ob Soul das Ziel erreicht, eine Death Scythe zu werden. Doch der Kishin Asura wird erledigt und der finale Kampf ist einfach sehr cool inszeniert.  Soul Eater kann ich eigentlich jedem empfehlen, der gerne actionreiche und skurrile Animes schaut, die neben sympathischen Charakteren auch mit einer packenden Geschichte aufwarten können. Mit 51 Episoden hat der Anime auch eine angenehme Länge, in der die Story in passendem Tempo vorangetrieben wird.

Soul Eater ist eine Serie, die es verdient hat, in den Toplisten zu landen. Origineller, comichafter Animationstil, „Eye-Candy“, skurrile Charaktere, bei denen jeder etwas findet und die man am Ende schon vermisst. Dazu kommen tolle und flüssige Bewegungsabläufe, vorallem in den Kämpfen sowie ein kreatives Setting, ein stimmiges Gesamtpaket und genialer Humor. Ich bin der Meinung, dass es Soul Eater durchweg nicht an der Qualität nachlässt und ein gutes Gesamtbild abliefert. Über den Verlauf der Serie hinweg sind die Höhepunkte gut gestreut.

 

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Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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