Nussknacker und Mäusekönig

Nussknacker und Mausekönig

Die Erzählung Nussknacker und Mausekönig stammt aus der Feder des deutschen Dichters, Musikers und Schriftstellers E.T.A. Hoffmann. Das Original erschien in der Sammlung Die Serapionsbrüder 1816 in Berlin. In der Geschichte erzählt der Autor von den Kindern Marie und Fritz des Medizinalrats Stahlbaum, die am Weihnachtsabend einen Nussknacker unter dem Baum finden. Dieser tritt einen Kampf gegen den gefährlichen Mausekönig an. Was für eine Rolle spielt Droßelmeier, der Pate der Kinder in der Geschichte?

 

Es ist Weihnachten im Haus des Medizinalrats Stahlbaum. Pate Droßelmeier schenkt den Kindern jedes Jahr ein selbstgebautes Spielzeug, doch dieses Jahr schafft er es nicht, die beiden zu begeistern. Es handelt sich bei seinem Geschenk um eine mechanische Spieluhr mit tanzenden Figuren, doch da diese immer nur das Gleiche machen, sind Marie und Fritz schnell gelangweilt. Marie ist jedoch fasziniert von einem einfachen Nussknacker, dem sie auch zu Hilfe eilt, als ihr Bruder es mit dem Nüsseknacken übertreibt und ihm die Zähne ausfallen. Um Mitternacht erwachen die Spielzeuge zum Leben und es beginnt ein erbitterter Kampf gegen den bösen Mausekönig. Marie kann nicht einfach nur zusehen und deswegen versucht sie, ihrem Freund, dem Nussknacker, zu helfen.

Es kommt nicht auf das Aussehen an

Originaltitel Nussknacker und Mausekönig
Ursprungsland Deutschland
Jahr 1918
Typ Märchen
Bände Teil der Sammlung „Die Serapionsbrüder“
Genre Märchen, Fantasy
Autor E.T.A. Hoffmann
Verlag Anaconda Verlag (2011)

Betrachtet man die Figur, wirkt die hölzerne Puppe in vielen Fällen nicht besonders hübsch. Wenn man gerne Nüsse mag, ist ein Nussknacker allerdings praktisch. Trotzdem ist der Mann aus Holz kein Spielzeug, was deutlich wird, als Fritz so harte Nüsse knackt, dass der Nussknacker seine Zähne verliert. Marie schließt die Figur in ihr Herz und zeigt so, dass es ihr nicht auf das Äußere ankommt. Er ist nicht schön, mittlerweile auch kaputt, aber sie mag ihn so, wie er ist. Eine Maus oder Ratte stellt man sich anders vor. Mit seinen sieben Köpfen wirkt der Mausekönig noch unheimlicher in seiner Rolle als Ungetüm. Onkel Droßelmeier erzählt Marie und den Lesern die Geschichte des Mausekönigs und wer der Nussknacker in Wirklichkeit ist und zu dem geworden ist, der nun bei Marie im Arm liegt. Zwei Bedingungen sind zu erfüllen, damit er wieder zu seiner ursprünglichen Gestalt zurück findet.

Vorlagen und Verarbeitung

Als Vorbild für Marie und Fritz dienten E.T.A. Hoffmann die Kinder seines Freundes Hitzig mit den Namen Clara und Friedrich. Seine ältere Tochter Eugenie spielt ebenfalls eine kleine Rolle in der Geschichte. Die Leser werden direkt vom Erzähler angesprochen. So sagt er zum Beispiel, da er unsere Namen nicht kennt, werde er sich einfach einen ausdenken, um mit uns zu reden. Es handelt sich um eine ältere Schreibweise, bei der es Konzentration verlangt. Anscheinend erschuf E.T.A. Hoffmann den Nussknacker um seine eigene Hässlichkeit zu verarbeiten. Von Alexandre Dumas (Der Graf von Monte Christo) stammt eine Nacherzählung unter dem Titel Die Geschichte eines Nussknackers. Diese diente Tschaikowski als Vorlage für sein berühmtes Ballett Der Nussknacker. 1973 erschien die erste Verfilmung der Handlung in einem russischen 27-minütigen Zeichentrickfilm. Ebenfalls diente die Handlung als Vorlage für einen 3D-Zeichentrickfilm in dem Barbie dem Nussknacker begegnet.

Eine Geschichte, die an Heiligabend beginnt, bei der Weihnachten aber nicht die Hauptrolle spielt. Im Mittelpunkt stehen der Nussknacker, seine Geschichte und der Kampf gegen den bösen Mausekönig. Das Buch ist nicht sehr umfangreich, trotzdem habe ich zum Lesen eine Weile gebraucht, da ich mich schon sehr konzentrieren musste. Ich bin diese Schreibweise einfach nicht gewöhnt, trotzdem macht es Spaß so etwas zu erleben. Onkel Droßelmeier hat mir in der Geschichte eher leidgetan bei allem, was er durchmachen muss. Trotzdem muss ich sagen, das er mein Lieblingscharakter ist. Auch Marie hat mich mit ihrer Art beeindruckt, wie sie ohne nachzudenken dem Nussknacker zu Hilfe kommt und ihren Schuh nach dem Mausekönig wirft. Der Sprung in die Vergangenheit ist für mich das Highlight. Onkel Droßelmeier erzählt hier, wie der Mausekönig so geworden ist und auch, warum der Nussknacker diese Figur ist. Teilweise ist es eine traurige Geschichte, allerdings auch spannend und mit schönen Momenten.

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