A Christmas Horror Story

Themenbezogene Episodenfilme erfreuen sich nicht gerade geringer Beliebtheit: Mit Tatsächlich … Liebe und Happy New Year wurden erfolgreiche Titel für den Valentinstag und Silvester hervorgebracht. A Christmas Horror Story macht bereits namentlich kenntlich, wo der Film angesiedelt werden darf. Dabei gibt es eine (unspektakuläre) Rahmenhandlung, die die vier Weihnachtsgeschichten begleitet, jedoch nicht miteinander verknüpft.  Im Vergleich zu anderen Weihnachtshorrorfilmen wie dem unsäglichen Stille Nacht – Horror Nacht oder Black Christmas macht dieser Vertreter mehr richtig als falsch.

  

1. Episode: Drei Teenager brechen in eine alte Schule ein, um einen Dokumentarfilm über zwei Morde, die sich zum letzten Weihnachtsfest ereignet haben, zu drehen. Doch kaum am Tatort angelangt, ist der einzige Weg nach draußen, eine Kellertür, versperrt.

2. Episode: Ein Vater, eine Mutter und der gemeinsame Sohn begeben sich in den Wald, um einen Tannenbaum zu besorgen. Auf dem Rückweg verschwindet der Sohn plötzlich. Als er gefunden wird, sitzt er in einem Baumloch. Er scheint verändert und spricht nicht mehr. Außerdem wird er von einem starken Hunger geplagt…

3. Episode: Eine Familie besucht an Weihnachten das Haus ihrer Tante. Dort erzählt sie von Krampus, dem Anti-Weihnachtsmann, der sündige Kinder tötet. Als der Sohn sich darüber lustig macht und eine Krampus Figur zerstört, setzt die Tante ihre Verwandtschaft postwendend aus dem Haus. Plötzlich werden die vier Familienmitglieder verfolgt…

4. Episode: Santa Claus bereitet sich in seiner Werkstatt auf ein stressiges Weihnachten vor, als einer seiner Elfen von einer geheimnisvollen Krankheit ergriffen wird und trotz seiner Unsterblichkeit verstirbt. Kurz darauf kehrt sein frisch verstorbener Helfer als Zombie zurück…

Originaltitel A Christmas Horror Story
Jahr 2015
Land USA
Genre Horror
Regisseur Grant Harvey, Steven Hoban, Brett Sullivan
Cast Dangerous Dan: William Shatner
Santa: George Buza
Krampus: Rob Archer
Mary Kane: Zoé de Grand Maison
Ben: Alex Ozerov
Dylan: Shannon Kook
Capice Bauer: Amy Forsyth
Diane Bauer: Michelle Nolden
Laufzeit 95 Minuten
FSK

Drei Regisseure, vier Geschichten

A Christmas Horror Story erzählt in seinen 95 Minuten vier Geschichten mitsamt einer Rahmenhandlung. Die drei Regisseure Grant Harvey, Steven Hoban und Brett Sullivan waren bereits 2000 mit Ginger Snaps an einer gemeinsamen Produktion beteiligt und haben ihre weihnachtlichen Horrorgeschichten in die fiktive Stadt Bailey Down verlegt, wo auch ihr erster gemeinsamer Film spielte. Sonstige Gemeinsamkeiten gibt es nicht. Der Episodenfilm fand keinen Weg in die Kinos, sondern erschien Ende 2015 direkt auf DVD und Blu-ray. Angesichts der Kürze der einzelnen Episoden und auch der durchwachsenen Qualität nicht die schlechteste Entscheidung. Denn gerade dann, wenn es spannend wird, findet ein abrupter Wechsel in die nächste Episode statt, was nicht jeder Geschichte  gut tut. Das wiederholt sich solange, bis die erste Erzählung abgeschlossen ist. So finden auch die anderen nach und nach ihr Ende, was den Spannungsverlauf zu einem kurvigen Ereignis macht. Sein geringes Budget sieht man A Christmas Horror Story jedoch nicht an und besonders die Außenaufnahmen sehen relativ hochwertig aus.

Spannung durch Cliffhanger

Wie sehr einem das Gesamtprodukt zusagt, hängt ganz von den einzelnen Geschichten ab. Spannend erzählt sind sie alle und die häufigen Cliffhanger stärken den Wunsch, zu erfahren, wie es weitergeht so sehr, dass die Zeit nur so verfliegt. Dabei ist die Geschichte um die einbrechenden Schüler eher wenig originell, dafür stimmig erzählt. Die zweite Episode schreitet dagegen langsam voran, während die Episoden 3 und 4 von ihrem Tempo leben. Einzig die Geschichte um Santa Claus will bis zu ihrem Abschluss nicht so recht ins Gesamtbild passen, wodurch der starke Fantasy-Einschlag um Zombie-Elfen zunächst etwas übereifrig daherkommt. Deren Auflösung erfolgt allerdings stimmig, sodass auch die Existenz dieser Geschichte gerechtfertigt ist. Dennoch sind die anderen Episoden storylastiger als das Gemetzel rundum Santa Claus und seine einstigen Gehilfen.

A Christmas Horror Story ist weitaus besser als man auf den ersten Blick vermuten mag. Der Titel schreit nach generischer Horrorkost, ist aber durchaus so inszeniert, dass Spannung aufkommt. In einer breiten Masse an Horrorfilmen sticht er dann jedoch nicht hervor, es sei denn, man legt ausdrücklich Wert auf eine episodenhafte Erzählweise oder aber sucht spezifisch glühweintaugliche Horrorfilme. Dann sollte A Christmas Horror Story zur ersten Wahl gehören.

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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