Star Trek: Discovery

Nach den legendären Abenteuern von Captain Kirk und dem Raumschiff Enterprise in den 1960ern dauerte es fast 20 Jahre bis Das nächste Jahrhundert 1987 eine neue Era einleitete und durchgehend bis 2005 Star Trek in drei Folgeserien zum festen TV-Inventar gehörte. Und dann kam erst mal wieder nichts. Mit dem Schwung des neuen Film-Franchises um Chris Pine kehrt die Sternenflotte nun endlich mit Star Trek: Discovery ins Serienformat zurück und erzählt, 10 Jahre bevor Kirk mit der Enterprise seine 5-Jahres-Mission antritt, die Geschichte um Lieutenant Commander Michael Burnham.

  

Burnham ist – entgegen des Seriennamens – nicht erste Offizierin der Discovery, sondern der U.S.S. Shenzhou unter Captain Georgiou. Diese stellt Burnham, die nach einem Überfall der Klingonen als Waisenkind unter der Vormundschaft Botschafter Sareks (James Frain) auf Vulkan aufgewachsenen ist, ein eigenes Kommando in Aussicht. Diese Pläne müssen jedoch erst einmal warten, denn eine zerstörte Sonde am Rand des Föderationsgebiets wird von einem seltsamen optischen Störsignal begleitet. Da sich der Ursprung davon inmitten eines Asteroidenfelds befindet, fliegt Burnham für einen Blick mit einem Raumanzug persönlich zum Objekt, das seltsam kunstvoll verziert ist. Auf dessen Oberfläche wird sie jedoch von einem bewaffneten Klingonen überrascht und gezwungen, ihn zu töten. Die Situation droht danach zu eskalieren, womit es genau nach Plan des klingonischen Kahless-Kultisten T‘Kuvma läuft, denn das verborgene Objekt ist ein rituelles Leuchtfeuer, das die bis dahin zerstrittenen Häuser des klingonischen Reiches zusammenruft, um sich gegen eine gemeinsame Bedrohung zu vereinen. Auch die Shenzhou hat Verstärkung gerufen, um die Föderationsgrenzen zu schützen und so stehen sich plötzlich zwei waffenstarrende Raumschiff-Flotten gegenüber.

Originaltitel Star Trek Discovery
Jahr 2017
Land USA
Episoden 1 / 15 (1 Staffel)
Genre  Science-Fiction
Cast Michael Burnham: Sonequa Martin-Green
Captain Philippa Georgiou: Michelle Yeoh
Captain Gabriel Lorca: Jason Isaacs
Lieutenant Saru: Doug Jones
Lieutenant Stamets: Anthony Rapp
Lieutenant Tyler: Shazad Latif
Dr. Nambue: Maulik Pancholy
Cadet Tilly: Mary Wiseman
Kol: Kenneth Mitchell

Auch wenn dies bestimmt nicht der wichtigste Punkt ist, kann man zunächst erwähnen, dass die Optik atemberaubend ist. Die Special Effects befinden sich auf Kinoniveau. Abseits des CGI-Zaubers ist besonders das tolle Make-Up und Kostümdesign der Klingonen bemerkenswert und als Randnotiz sehen auch die Sternenflottenuniformen recht schick und etwas rustikaler als üblich aus (da es jedoch 10 Jahre vor Kirk spielt, wundert man sich schon, wer dann in der Sternenflotte plötzlich sagt: So, und jetzt bunte Hemden, die leicht reißen). Auch die Figuren haben schon in der ersten Doppelfolge nicht nur einzeln, sondern auch in ihrer Teamdynamik überzeugt. Burnham ist als auf Vulkan aufgewachsener Mensch einerseits typisch logikgeleitet, verbindet aber mit Captain Georgiou auch eine enge, auf gegenseitigen Respekt gebaute Freundschaft, die in der ersten Folge schon auf die Probe gestellt wird. Eine komplett andere Beziehung pflegt Burnham zum leitenden Wissenschaftsoffizier Lieutenant Saru, einem Kelpianer, der sich durch eine lange Konditionierung seiner Spezies eher emotional von Ängsten und Vorsicht leiten lässt, sodass die Interaktion der beiden von einer konstanten, neckischen Konkurrenz begleitet wird.

Erster Eindruck:

Was ich mag, ist zunächst, dass die Klingonen in einer tragenden Rolle zurück sind. Obwohl sie eigentlich die Hauptantagonisten besonders des Kirk-Zeitalters sind (wir befinden uns übrigens in der ursprünglichen Prime-Zeitlinie, also ohne Kelvin-Zwischenfall), haben sie es in der neuen Filmtrilogie lediglich zu einem kurzen Auftritt in Into Darkness gebracht. Zeitreisende Romulaner, Cumberbatch-Khan und ein mutierender Idris Elba (Der Dunkle Turm) sind zwar keine schlechten Gegenspieler, aber es ist doch schön wieder die klassischsten aller Star Trek-Gegenspieler zurück zu haben. Zusätzlich ist es interessant, dass die Serie mit der ersten Doppelfolge anzeigt, dass sie wohl primär einen offenen Krieg zwischen Klingonischen Imperium und Sternenflotte behandeln wird. Was Deep Space Nine unter den Star Trek-Serien zu meinem Liebling macht, ist, dass sie über weite Längen tatsächlich einen intergalaktischen Krieg behandelt. Auch wenn eigentlich das Entdecken, Kontaktknüpfen und Überwinden von Konflikten und Unterschieden zu den Kernwerten des Star Trek-Universums zählen, fand ich seinerzeit sehr interessant, wie in Deep Space Nine die Ideale der Sternenflotte in einem hässlichen Krieg immer wieder auf die Probe gestellt wurden. Auch Discovery schlägt diese Richtung schnell ein und zeigt wie Burnham die kontroverse Wahl trifft, das Leben ihrer Mannschaft und Vorgesetzten über die Werte der Sternenflotte zu stellen. Zusätzlich bekommt der Konflikt eine aktuelle Brisanz, wenn T‘Kuvma die klingonischen Häuser unter Rückbesinnung alter Werte zu vereinen versucht, indem er die Angst vor der toleranten und offenen Gesellschaft der Sternenflotte schürt. Er ruft einen Kulturkampf aus, um die Traditionen der Klingonen in ihrer Reinheit zu schützen und ihre Überlegenheit zu beweisen. Ein sarkastisches „Klingons First“ ging mit zumindest beim Beobachten seiner Rede durch den Kopf. Star Trek ist in jeder Inkarnation zwar einerseits eine Unterhaltungsserie, aber gleichzeitig auch immer ein Vorbild für eine bessere Gesellschaft. Deswegen könnte es durchaus interessant werden, wenn die Serie auch weiterhin aktuelle Probleme aufgreift und diese zu lösen versucht. Die erste Doppelfolge hat mich in jedem Fall vollauf begeistert. Sie war nicht nur ein sehr spannendes Spektakel, sondern hat auch das Tor für sehr interessante Figuren und Entwicklungen geöffnet. Da für die ersten Folgen Bryan Fuller (Hannibal) federführend war, der das Projekt inzwischen verlassen hat, bleibt aber abzuwarten, ob das Niveau auch über alle bisher insgesamt 15 geplanten Folgen hinweg gehalten werden kann.

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Lyxa

Lyxa studiert aktuell das Fach Und-was-macht-man-damit in Mainz, liest viel, schreibt gerne und schaut sich viel und gerne allerlei Serien und Filme an, am liebsten Science-Fiction. Lyxa ist dabei besonders der Dunklen Seite der Macht verfallen, weil es dort die cooleren Outfits gibt.

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