Time Tunnel

Einen Tag vor dem US-Start der heute noch immer erfolgreichen Fernsehserie Star Trek aka Raumschiff Enterprise startete 1966 bei der American Broadcasting Company die Serie The Time Tunnel. Zwei Wissenschaftler reisen unkontrolliert durch die Zeit und schaffen es trotz aller Bemühungen weder in ihre eigene Zeit zurückzukehren, noch den Lauf der Geschichte zu verändern. Ein Klassiker, aber kein Dauerbrenner.

    

Toni Newman (James Darren) und Doug Phillips (Robert Colbert) arbeiten an der Entwicklung einer Zeitmaschine, die Reisen in die Vergangenheit und in die Zukunft möglich machen soll. Doch den Geldgebern für dieses geheime Projekt reichen die geringen Fortschritte, die bisher erzielt wurden, nicht aus, so dass sie mit einer Streichung der Zuwendungen drohen. Bevor das Projekt eingestampft wird, testen die beiden Wissenschaftler persönlich die Zeitmaschine und landen auf der Titanic. Alle Bemühungen, den Kapitän vom drohenden Untergang des Luxusliners zu überzeugen, schlagen fehl, und erst im letzten Augenblick gelingt es ihren Kollegen aus dem Labor, die beiden vom Schiff zu holen. Allerdings verschlägt es Toni und Doug nicht wieder dahin, wo sie herkamen, sondern in ein weiteres Katastrophenszenario, da es trotz aller Bemühungen nicht möglich

Originaltitel The Time Tunnel
Jahr 1966 (1 Staffel)
Episoden 30
Genre Science-Fiction
Cast Tony Newman: Dr. James Darren
Dr. Doug Phillips: Robert Colbert
Dr. Raymond Swain: John Zaremba
Dr. Ann MacGregor: Lee Meriwether

zu sein scheint, die beiden wieder in ihre Zeit zurückzubringen. Und so schlagen die beiden tapferen Helden sich in Bergwerken herum, die einzustürzen drohen, erleben ganz klassisch den Kampf um Troja und Pearl Harbour, sehen mit eigenen Augen den Untergang Krakataus an, haben mit Piraten, Indern und Indianern zu tun und lernen die eine oder andere historische oder literarische Persönlichkeit kennen. Selbst das Weltall ist nicht vor ihnen sicher.

Sparen hat seinen Preis

Warum The Time Tunnel trotz der ausgezeichneten Vorlage von Murray Leinster kein Erfolg beschieden war, liegt sicher nicht am eher schwachen roten Faden, denn die einzelnen Episoden sind für sich spannend und mitunter lehrreich. Auch die völlig ignorante Haltung der beiden Wissenschaftler gegenüber der Möglichkeit, durch ihre Aktionen die Geschichte zu verändern, ist durchaus verständlich, geht es doch um ihr Überleben. Leider aber wurden seinerzeit alle Möglichkeiten genutzt, um zu sparen, und die Episoden mit altem Drehmaterial aus dem Archiv von ABC aufgefüllt oder die hervorragende Musik von John Williams mit musikalischen Elementen aus anderen Filmen kombiniert. Das Ergebnis erfreut sicherlich Fans von Logikfehlern und peinlichen Pannen, auch Trashjunkies kommen voll auf ihre Kosten, für eine Langlebigkeit der Serie reichte es allerdings nicht. Nach nur 30 Episoden erfolgte das Aus, die geplante zweite Staffel wurde nicht mehr realisiert. Eine 2002 von Fox geplante Serie endete schon mit dem Pilotfilm, der lediglich als Bonusfilm zur DVD existiert. Drei Jahre später befasste sich der Sender Sci-Fi-Channel mit dem Thema, doch nach Erstellung des Drehbuches wurde das Projekt eingestampft.

Keine Frage, nach heutigen Standards ist The Time Tunnel billigstes Kino. Dennoch hat diese Serie ihren ganz eigenen Charme, eine Leichtigkeit und Unbefangenheit gegenüber der Vergangenheit, die zu unterhalten weiß, und Schauspieler, die sich mit dem Mut der Überzeugung (oder Verzweiflung?) in ihre Rollen gestürzt haben. Der Wiedererkennungswert der Szenarien ist hoch, kennt der geneigte Zuschauer doch das Schicksal der Titanic, weiß um die Vorgänge am Little Big Horn oder trauert schon zu Beginn dieser Episode um Abraham Lincoln. Mit diesem Grundgerüst an Wissen rücken die Charaktere in den Vordergrund: Tony und Doug, die verzweifelt versuchen, Katastrophen abzuwenden und ihnen wichtige Menschen zu retten, und die doch immer wieder scheitern, denn die Titanic sinkt, der Vulkan bricht aus und Lincoln stirbt planmäßig. Also her mit dem Popcorn, rauf aufs Sofa und viel Spaß bei Unterhaltung mit Spaßfaktor! Das Nostalgiegefühl stellt sich von ganz alleine ein.

 

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