Valerian – Die Stadt der tausend Planeten

Luc Besson, der sich von Avatars optischer Aufnahmetechnik inspirieren ließ, liefert den Kino-Blockbuster des Sommers 2017. Valerian – Die Stadt der tausend Planeten, eine Verfilmung der französischen Comics Valerian und Veronique, die vor rund fünfzig Jahren erschienen (1967 – 2010).

   

Die Special Agents Major Valerian (Dane DeHaan) und Sergeant Laureline (Cara Delevingne) leben im 28. Jahrhundert und sind so etwas wie die Beschützer des Universums, deren Aufträge nicht gerade ungefährlich sind. Nachdem Valerian von der Zerstörung eines Planeten träumt, bekommen er und Laureline einen Auftrag, bei dem sie Tatsachen aufdecken, die nie ans Licht kommen sollten. Wenig später stellt sich heraus, dass die Zerstörung des Planeten, zu diesen Zeitpunkt, drei Jahrzehnte zurückliegt. Als sie sich dann um ein kleines Alien kümmern müssen, nehmen die Dinge ihren Lauf: Valerian und Laureline decken Tatsachen auf, die nie ans Licht kommen sollten. Zwischendurch lernt Valerian die Gestaltenwandlerin Bubble (Rihanna) kennen, die ihm hilft, Laureline wiederzufinden, welche von Aliens entführt wurde. Nebenbei sind sie auf der Suche nach Commander Arün Filitt, der bei einem Überfall von Aliens mitgenommen wurde, der als einziger Zugriff auf die Datei hat, in der steht, was vor 30 Jahren mit den Planeten geschah…

Die Liebe zu Laureline und das Raumschiff Alex

Originaltitel Valerian and the City of a Thousand Planets
Jahr 2017
Land Frankreich
Genre Action, Fantasy, Abenteuer
Regisseur Luc Besson
Cast Major Valerian: Dane DeHaan
Sergeant Laureline: Cara Delevingne
Commander Arün Filitt: Clive Owen
General Okto Bar: Sam Spruell
Sergeant Neza: Kris Wu
Bubble: Rihanna
Mâatri: Diva Cam
Jolly the Pimp: Ethan Hawke
Verteidigungsminister: Herbie Hancock
Bob the Pirate: Alain Chabat
Captain Zito: Stefan Konarske
Prinzessin Lïhio-Minaa:  Sasha Luss
Kaiser Haban-Limaï: Aymeline Valade
Kaiserin Aloï: Pauline Hoarau Thazzit: Eric Lampaert
Laufzeit 138 Minuten
FSK

Es knistert schon sehr zwischen Valerian und Laureline, was auch den Darstellern Dane DeHaan und Cara Delevigne zu verdanken ist, denn diese geben ein nahezu perfektes Paar ab und sind auf ihre Rollen zugeschnitten. Laureline mag zwar wie ein Stein sein, doch wenn Valerian etwas zustößt, macht sich ziemlich schnell bemerkbar, dass sie sich um ihn sorgt, denn beide würden ihre Leben füreinander geben. Auf dem Raumschiff existiert sogar eine Playlist mit Valerians weiblichen Eroberungen. Doch Laureline, die sich nur damit zufrieden geben würde, die einzige zu sein, nimmt einen besonderen Stellenwert für ihn ein. Apropos: Das Raumschiff Alex erscheint wie eine Mischung aus Kitt (Knight Rider) und Amazons Alexa, mit beinahe identischer Namensgebung. So ist Alex auch der Ort, an dem Valerian und Laureline sich meistens aufhalten und nahezu perfekten Schutz genießen, da Alex wie ein Rückzugsort erscheint, dazu kann es einen Planeten in wenigen Minuten erreichen, der Millionen von Lichtjahren entfernt ist.

Valerian – Die Stadt der tausend Planeten?

Der titelgebende Name kann für Verwirrung sorgen, denn natürlich ist Valerian keine Stadt, sondern eine Person. Im Original hieß der Film Valerian und die Stadt der tausend Planeten. Die Stadt, um die es hier geht, heißt eigentlich Alpha. Beeindruckend ist, wie man dort im Universum die Welten der Aliens sehen kann. Dies klappt nicht so einfach, wie man denken mag, denn man muss spezielle Kleidung, Brillen und Waffen tragen, um sich dort einfinden zu können. Vergleichbar mit einer Illusion, in der man auch sterben kann. Das sieht man, als bei Valerian ein Gerät am Arm kaputt geht, er dann fliehen muss, obwohl man das Alien in Wirklichkeit garnicht sieht.

Von Valerian, Star Wars und Avatar

Optisch sieht deutliche Anleihen zu Star Wars und Avatar – Aufbruch nach Pandora erkennbar.  Die Comics zu Valerian und Veronique gibt es allerdings seit 1967  und George Lucas ließ sich davon für Star Wars inspirieren – es gibt viele ähnliche Elemente, wie Raumschiffe, Kleidung und Aliens. Ob sich James Cameron auch von den Comics leiten lassen hat? Parallelen zwischen einigen Charakteren aus Avatar ähneln den Aliens aus Valerian durchaus. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent des Films Luc Besson (u. a. Das fünfte Element, Lucy), plante die Verfilmung schon vor etlichen Jahren, hielt diese jedoch lange für unmöglich, bis er Avatar sah und benutzte die Technologie wie James Cameron. In Sachen Produktionsbudget verdrängte er Asterix vom ersten Platz als teuerster französischer Film, der je in Frankreich gedreht wurde, und ist gleichzeitig mit einem Budget von 180 Millionen US-Dollar auch die teuerste europäische Filmproduktion bis dato.

Bildgewaltig, Soundtrack und mehr…

Bereits der Trailer überzeugte mit seinen visuellen Qualitäten. Der Film hält dieses Versprechen: So ist kaum glauben, dass er sowohl komplett in 2D gedreht wurde, als auch ohne 3D-Kamera auskam. Erst in der Nachbearbeitung wurden die 3D-Effekte eingefügt. Nicht nur optisch kann Valerian überzeugen, auch mit seinen Soundeffekten spielt dieser Film ganz vorne mit, zum Beispiel wenn Laureline nach Valerian ruft und ein Echo ertönt, das nacheinander von allen Seiten zu hören ist. Musikalisch lehnt sich Valerian an Guardians of the Galaxy an, indem Klassiker-Oldies eingebaut wurden. Gleich im Intro macht sich das bemerkbar, als David Bowies „Space Oddity“ ertönt. Auch während des Films gibt es 1-2 Klassiker in aufgepeppter Version, in einem der Trailer wurde der Song „Because“ von The Beatles verwendet. So gesehen kann der sich Soundtrack hören lassen, wobei eher auf die Action geachtet wird, als auf die Klassik im Ohr.
Für die musikalische Untermalung engagierte Luc Besson den Komponisten Alexandre Desplat, der unter anderem auch die Musik für die Filme Der seltsame Fall des Benjamin Button oder Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 und 2 beisteuerte.

Mit Valerian – Die Stadt der tausend Planeten hat Luc Besson einen Film geschaffen, der locker mit seinen anderen Filmen mithalten kann. Eigentlich dachte ich, in einem Trailer Coolios „Gangster’s Paradise“ gehört zu haben, welcher im Film keine Wiederverwendung gefunden hatte. Ob weitere Teile kommen werden, steht im Universum in den Sternen geschrieben – da der Comic recht lang ist, dürfte es da keine Probleme geben. Valerian hat im Großen und Ganzen alles: Spaß, Drama, vor allem Action, in einer phänomenalen 3D-Bildqualität, die den Zuschauer in das Universum zieht und durch die verschiedenen Welten streifen lässt. Mit rund 138 Minuten ist der Film recht lang, wobei es recht selten langweilig wird.

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