Wolfenstein 3D

Eigentlich wollte William „BJ“ Blaskowicz nur ins Schloss Hollehammer, um geheime Pläne zur Operation Eisenfaust zu finden. Dummerweise wird er von der SS geschnappt und auf Schloss Wolfenstein gebracht, wo er verhört werden soll. Die Geschichte klingt bekannt? Kein Wunder, denn Wolfenstein 3D ist quasi ein Remake von Castle Wolfenstein, nur diesmal als Shooter. Auf Lautlosigkeit wird nun wenig Wert gelegt, vielmehr ballert sich BJ seinen Weg durch das Schloss, um am Ende gegen Hitler persönlich zu kämpfen.

Originaltitel Wolfenstein 3D
Jahr 1992
Genre Ego-Shooter
Entwickler id Software
Publisher Apogee Software
Spieler 1
USK ungeprüft (indiziert und beschlagnahmt)

BJ startet mit einer Luger mit 8 Schuss und einem Messer. Die Munition kann aber leicht aufgestockt werden, indem man Gegner erschießt, welche dann meist ein paar Schuss fallen lassen. Die Gegner sind vielfältiger als in den Vorgängern und unterschieden sich nicht nur optisch. Sie nutzen unterschiedliche Waffen und stecken auch unterschiedlich viele Treffer ein. Es gibt sogar Schäferhunde. Im Schloss finden sich diverse Schätze und Geheimnisse, die Punkte einbringen. Hier geht es nicht nur ums Ballern, sondern um die Jagd nach dem Highscore. Und darum, sich nicht zu verlaufen, denn die Gänge sehen fast alle gleich aus. Insgesamt gibt es 60 Level, verteilt auf 6 Episoden, welche wiederum in 10 Etagen unterteilt sind. Wobei nur neun Stockwerke benötigt werden, um zum Endgegner zu gelangen. Das 10. Stockwerk ist ein Geheimlevel.

Alles neu macht der Mai?

Wolfenstein 3D erfindet das Rad nicht neu, aber das tun Michelin oder Pirelli auch nicht; dennoch sind sie Marktführer. Gegen Hitler kämpfte man schon in Bionic Commando auf dem NES, aber hier trägt er einen Mechsuit. Auch ist das Spiel nicht der erste Ego-Shooter, jedoch ist er rasant inszeniert. Und beliebt. Es folgten diverse Ports, bei denen die SNES-Version sehr schlecht abschnitt, da es ruckelte ohne Ende. Später folgte eine GameBoy Advance Version und Portierungen auf iPhone und iPad, XBox 360 sowie der PlayStation 3.

Wer die klassischen Shooter liebt, kann gerne zu dem Nachfolger Doom greifen, der ist nicht indiziert und bietet buntere Gegner. Das Gameplay unterscheidet sich nicht großartig, höchstens dass man sich nicht so oft verläuft. Allerdings sollte man bei aller Nostalgie eines beachten: Es ist und bleibt ein pixeliger, schneller Ego-Shooter, der kurze Zeit amüsiert, aber ebenso schnell langweilt. Die Gegner-KI liegt sogar noch unter der eines Moorhuhns, was das Spiel aber so herausfordernd macht, sind die Jagd nach Punkten und die schiere Geschwindigkeit.
Der Schritt weg von der Ernsthaftigkeit hin zu B-Movie-Trash tut dem Spiel gut.

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Kilroy

Kilroy wäre gerne Mikrochirurg geworden, musste diesen Traum aber aufgeben. Nun ist er voll von unnützem Halbwissen und weiß nicht, wohin damit. Kilroy schreibt auch gerne, weshalb er sich hier austoben darf. Da er davon aber nicht leben kann, geht er auch noch einer bescheidenen Arbeit nach. Wenn er nicht gerade schreibt oder arbeitet, spielt er am PC oder verschlingt Unmengen an Büchern und Comics.

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