Zurück in die Zukunft

Wenn man über Zeitreisen in Filmen spricht, fällt früher oder später der Titel Zurück in die Zukunft. Die 80er Jahre-Komödie hat eine treue Anhängerschaft, welche bei der bloßen Erwähnung von Begriffen wie „DeLorean“ oder „Fluxkompensator“ Freudensprünge macht. Der Erfolg des Streifens resultierte in zwei Fortsetzungen, welche direkt zusammen gefilmt wurden und den Zeitreiseplot noch chaotischer gestalten. Daneben gibt es dutzende Videospiele zur Lizenz und sogar eine Zeichentrickserie, welche sich grob nach den Geschehnissen des dritten Films ansiedelt. Wir haben uns den ersten Teil noch einmal angeschaut, welcher all dies überhaupt erst möglich gemacht hat.

  

1985, Hill Valley. Dr. Emmett Brown (Christopher Lloyd), hat seine größte Schöpfung vollendet. Er lädt den High-School Schüler Marty McFly (Michael J. Fox) ein, um den ersten Test auf Video festzuhalten. Bei der Erfindung handelt es sich um einen zur Zeitmaschine umfunktionierten DeLorean. Das Herzstück des Wagens ist der Fluxkompensator. Dieser ermöglicht bei einer Leistungszufuhr von 1,21 Gigawatt den Zeitsprung. Um diese Energie zu ermöglichen, hat der Doc sich Plutonium besorgen lassen. Da es dies im Jahr 1985 nicht in jeder Apotheke gibt, ließ er sich dafür auf einen schmutzigen Deal mit libyschen Terroristen ein. Die erste Zeitreise beginnt und ist ein voller Erfolg! Doch die Libyer sind mit dem Ergebnis gar nicht zufrieden, haben sie das Plutonium doch besorgt, um eine nukleare Waffe zu erhalten.

Der Doc wird von ihnen erschossen und Marty versucht im DeLorean zu fliehen. Dabei aktiviert er versehentlich die Zeitmaschine und landet im Jahr 1955. Während er durch die 50er-Jahre irrt, verhindert er versehentlich den Moment, in dem sich seine Eltern ineinander verlieben. Nun liegt es an Marty, seine Eltern zu verkuppeln, gemeinsam mit dem 30 Jahre jüngeren Doc Brown einen Weg zu finden, die 1,21 Gigawatt Leistung zu erzeugen, den Doc vor seinem Ableben im Jahr 1985 zu warnen und Marty zurück in die Zukunft zu bringen!

Das lose Spiel mit der Zeit

Originaltitel Back to Future
Jahr 1985
Land USA
Genre Comedy, Abenteuer, Science-Fiction
Regisseur Robert Zemeckis
Cast Marty McFly: Michael J. Fox
Dr. Emmett Brown: Christopher Lloyd
Lorraine Baines: Lea Thompson
George McFly: Crispin Glover
Biff Tannen: Thomas F. Wilson
Jennifer Parker: Claudia Wells
Laufzeit 116 Minuten
FSK

Zurück in die Zukunft nutzt die Zeitreise mehr für den Plot und seine Gags, anstatt das Thema und seine möglichen Folgen zu ernst zu nehmen. Nachdem Marty verhindert, dass seine Eltern sich verlieben, verschwindet er nicht einfach, sondern löst sich nach und nach in Luft auf. Ein Foto von seinen Geschwistern und ihm wird dabei liebevoll als kleines Zeitfenster genutzt, auf welchem alle nach und nach verschwinden. Und auch wenn Doc Brown darauf besteht nichts aus der Zukunft wissen zu wollen, damit sich die Zukunft nicht ändert, werden ähnliche Motive immer mit einem Augenzwinkern betrachtet. Diese Elemente werden in den Nachfolgern dafür in den Vordergrund gerückt.

Viel mehr ist es dem Film wichtig, ein kleines Abenteuer um die Figuren zu stricken, das sich von der Spannung her auch heute noch gut sehen lässt. Was kann Marty tun, damit sich seine Mutter in seinen Vater verliebt? Was lässt sich gegen den High School Tyrannen Biff Tannen (Thomas F. Wilson) ausrichten, welcher es ebenfalls auf Martys Mutter abgesehen hat? Wie bekommt er den Doc dazu, damit er ihm glaubt, dass er aus der Zukunft kommt? Und welche alternative Methode können die beiden nutzen, um die benötigte Leistung für den Zeitsprung zu generieren? Es beginnt ein Rennen gegen die Zeit, wortwörtlich. Am Anfang des Films erhält Marty einen Flyer, auf welchem für Spenden zur Reparatur der Rathausuhr gebeten wird, da diese vor 30 Jahren vom Blitz getroffen wurde und seitdem nicht mehr läuft. Er landet genau eine Woche vor dem Blitzschlag in der Vergangenheit und so kommen Doc und er zum Entschluss, diesen für die Energieerzeugung des DeLoreans zu nutzen. Während Doc Brown die Woche nutzt, um den DeLorean umzumodeln, macht sich Marty daran, seine Eltern wieder zu verkuppeln. Gut das sie in der Gegenwart immer davon geschwärmt haben, dass sie sich auf einem Tanzabend der High School den ersten Kuss gaben, wo der Funke endgültig übersprang. Er muss sich nicht nur um seinen Vater, George McFly (Crispin Glover), kümmern, welcher von sich aus nicht den Mut fasst, Lorraine Baines (Lea Thompson), anzusprechen, sondern auch noch Biff davon abzuhalten, zwischen die beiden zu kommen. Zu allem Überfluss hat Marty George davor bewahrt, angefahren zu werden, was dazu führt, dass sich Lorraine stattdessen in ihren eigenen Sohn verliebt. Das macht die Sache nicht gerade einfacher…

Der Charme der 50er-Jahre

Den Sprung von den 80ern zurück in die 50er gelingt dem Film gut. Dazu nutzt er sein Intro, um den Zuschauer mit dem Hill Valley der 80er Jahre vertraut zu machen, um dann alles gewohnte in der Zeit zurückzudrehen. Von der Herkunft einiger Figuren, über den Look der Stadt, unterlegt mit 50er Jahre Rock – da kommt die richtige Stimmung auf! Es soll auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Regisseur Robert Zemeckis (Der Polarexpress) in seinen Filmen in der Zeit zurückgeht, zeichnet er sich doch auch für Forrest Gump verantwortlich. Mit Alan Silvestri (Marvel’s The Avengers) hat man sich auch einen fähigen Komponisten ins Boot geholt. Neben seiner Musik ist der Soundtrack aber auch mit passenden Rock- und Pop-Songs vollgepackt, um die jeweiligen Zeitabschnitte zu untermalen.

Ich habe den ersten Teil der Zurück in die Zukunft-Trilogie irgendwann einmal als Kind gesehen, wirklich bewusst die gesamte Reihe aber erst vor einigen Jahren auf Blu-Ray nachgeholt. Und ich muss sagen, dass sich der erste Teil einfach am Besten gehalten hat. Das Rennen mit der Zeit ist spannend und die Chemie zwischen Doc Brown und Marty McFly einfach stimmig. Biff Tannen ist ein herrlich dämlicher, aber von seiner Masse durchaus einschüchternder Gegenspieler. Die Romanze zwischen Mutter und Sohn wirkt sicherlich leicht verstörend, wird aber mit der nötigen Prise Humor nie ins Abartige gezogen. Über die Gags lässt sich auch heute noch gut lachen, verlangen die meisten glücklicherweise nicht, dass man zwingend Kind der 80er gewesen sein muss, um diese zu verstehen. Ich habe den Film für dieses Review mal wieder in den Blu-Ray-Player gesteckt und hatte wieder genauso viel Spaß wie damals, als ich die Trilogie nachgeholt habe.

Zweite Meinung:

Hier haben wir ihn: Den Auslöser für meine Affinität zu Zeitreisegeschichten. Als Kind habe ich den Film so oft gesehen, dass ich es nicht mehr zählen konnte. Was Doc angeht, so ist er auch heute noch eine unvergessliche Figur und Marty ist wie eh und je ein sympathischer Held, der vor allem nicht auf den Mund gefallen ist und weiß, wie man seinen Kopf benutzt. Egal, ob er sich im Jahre 1955 schnell mal einen neuen Namen einfallen lassen muss und schlicht Kelvin Klein sagt oder seinem eigenen Vater als Alien vom Planeten Vulkan erscheint, um diesen etwas Motivation zu verpassen. Der Humor bringt einen auch heute noch sehr zum Lachen. Was die Handlung angeht, so mag ich sie auch als Erwachsene noch sehr. Marty, der durch ein Unglück dafür sorgt, dass seine eigene Mutter auf ihn steht, bringt eine gute Portion Humor mit. Immerhin steht das Leben des Helden hier auf dem Spiel! Und mal ehrlich: Wer möchte nicht selbst einmal mit dem coolen DeLorean fahren. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, aber bitte ohne dass irgendein Teil kaputt geht! Die Blu-ray des Films kann ich empfehlen, denn das Bild wurde ordentlich aufgearbeitet und auch der Sound hat einen guten Klang.

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Makoto

Irgendwie schlägt sich Makoto durchs Leben, arbeitet aber nie in dem Beruf, den er gelernt hat. Doch findet er daneben immer die Zeit für seine große Leidenschaft: Videospiele. Gute Figuren und spannende Geschichten schätzt er sehr, aber oft reicht es ihm schon aus wenn es was zu lachen gibt oder es ordentlich kracht. Für Filme, Manga und Anime räumt er sich gelegentlich auch Zeit ein. Selbsterklärter Slice-of-Life Spezialist.

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