Zwischenfazit: Blend S

Es ist nicht ungewöhnlich für Slice of Life-Serien, den Arbeitsplatz als Dreh- und Angelpunkt für das Geschehen zu nutzen. In Blend S verfolgen wir dabei den Alltag eines Cafés mit sehr eigenwilligem thematischen Schwerpunkt: die Bedienungen erfüllen auf der Arbeit verschiedene Klischeebilder. Und ausgerechnet der Neuzugang, die liebenswerte Maika Sakuranomiya, bekommt die Rolle der Sadistin zugeschrieben. Klar, dass dabei so einiges schief geht. Wir ziehen ein Halbfazit, nachdem die Serie zur Hälfte ausgestrahlt wurde.

Maika Sakuranomiya wurde traditionell japanisch erzogen und hat daher eine Faszination für das Fremde entwickelt. Nun träumt sie davon im Ausland zu studieren, doch das ist mit hohen Kosten verbunden. Um sich ihren Traum finanzieren zu können, beschließt sie, sich einen Job zu suchen, doch niemand mag sie einstellen. Leider ist ihr das Problem bekannt: Sobald es mit ihren Emotionen durchgeht, zieht sie groteske Grimassen, was die meisten Leute abschreckt. Dabei muss sie nicht einmal sauer werden, selbst beim Versuch zu lächeln läuft den meisten ein kalter Schauer über den Rücken. Ein Glück, das sie auf Dino trifft. Der Italiener führt ein Café der besonderen Art: Anstatt auf Cosplays oder Maids zu setzen, spielt die Bedienung hier einen vorgegebenen Stereotypen. Um Maikas volles Potenzial zu nutzen, bekommt sie die Rolle der Sadistin zugetragen, was sie zu ihrem Leid perfekt hinbekommt. Sie mag ein gutherziger Mensch sein, doch bei jedem ihrer Missgeschicke zieht sie eine düstere Miene – zum Wohl der Gäste, die sich daran erfreuen. Ihre Kolleginnen Kaho Hinata und Mafuyu Hoshikawa übernehmen jeweils die Rollen der Tsundere und der kleinen Schwester, während Kouyou Akizuki die Küche übernimmt. So beginnt der Alltag des etwas eigenwilligen Cafés und es gilt noch so einige beliebte klischeehafte Rollen zu füllen.

Working!! 2.0

Originaltitel Blend S
Jahr 2017
Episoden 6 / 12
Genre Slice of Life
Regisseur Ryouji Masuyama
Studio A-1 Pictures

Fans des Slice of Life-Genres ist das Konzept längst bekannt. Raus aus dem typischen Schulalltag, rein ins Arbeitsleben. Blend S erinnert nicht nur vom Setting an Working!!, auch die skurrilen Rollen der Figuren überschneiden sich. Doch das ist auch der größte Unterschied zwischen den beiden Serien, denn Maika, Kaho und Mafuyu spielen diese Klischees während der Arbeitszeit nur und sind nach Feierabend wie ausgewechselt. Diesen Kontrast zwischen den Persönlichkeiten zu haben ist erfrischend, denn auch wenn das Geschehen die meiste Zeit im Café selbst spielt, bekommen wir ebenso Einblicke in das Privatleben der Figuren geboten. Mafuyu, die während der Arbeit die fröhliche kleine Schwester spielt, ist ansonsten eher ernst, außer es geht um ihre liebste Animeserie. Kaho und Kouyou sind wiederum Stubenhocker und waschechte Nerds. Dino ist ebenso angetan von der japanischen Unterhaltungsindustrie und hegt zu allem Überfluss auch noch Gefühle für Maika, die dies natürlich nicht mitbekommt. Er ist aufgedreht und nimmt seinen Job nicht allzu ernst. Zwischen diesen beiden Welten und den verschiedenen Figurenkonstellationen, die sich so ergeben, entstehen viele unterhaltsame Momente, die genretypisch nicht unbedingt immer einem roten Faden folgen müssen. Mal ist Maika krank und ihre Kollegen wollen sie besuchen kommen und mal geht es an den Strand, denn dies ist für die Art von Serie obligatorisch. Das alles wird humoristisch und liebevoll verpackt, was die Serie ideal für Zwischendurch macht.

Ich liebe Working!!, bin aber von seinem Nachfolgeprojekt WWW.Working!! weniger begeistert. Umso mehr freut es mich, dass Blend S genau den richtigen Nerv getroffen, und die Lücke, die Working!! hinterlassen hat, füllt. Maikas Gesichtsausdrücke sind zum Schießen, vor allem wenn sie in den ungünstigsten Situationen passieren. Als langjähriger Zocker sind mir Kaho und Kouyou natürlich sofort ans Herz gewachsen und Mafuyus ernste Zwischenwürfe halten das Geschehen gut zusammen. Nur Dino sticht etwas seltsam hervor, da er als einziger nicht zwischen verschiedenen Persönlichkeiten wechselt und er, so wie er ist, seine Mitarbeiter gelegentlich in den Wahnsinn treibt. Es stimmt mich zwar etwas traurig, dass wir bereits die Hälfte der Serie gesehen haben, trotzdem freue ich mich auf die letzten sechs Folgen, einfach um zu sehen, was Maika und Co. noch so alles anstellen werden.

 

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Makoto

Irgendwie schlägt sich Makoto durchs Leben, arbeitet aber nie in dem Beruf, den er gelernt hat. Doch findet er daneben immer die Zeit für seine große Leidenschaft: Videospiele. Gute Figuren und spannende Geschichten schätzt er sehr, aber oft reicht es ihm schon aus wenn es was zu lachen gibt oder es ordentlich kracht. Für Filme, Manga und Anime räumt er sich gelegentlich auch Zeit ein. Selbsterklärter Slice-of-Life Spezialist.

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