Zwischenfazit: Two Car: Racing Sidecar

Sport ist immer ein interessanter Hintergrund für eine Serie. Charaktere, die im Team zusammenarbeiten müssen, ewige Rivalitäten und die Ungewissheit, ob die Lieblingsfiguren es am Ende zum Sieg schaffen – Sport kann in der Fiktion genauso spannend und motivierend sein, wie das nächste Match der eigenen Lieblingsmannschaft. Two Car: Racing Sidecar fällt genau in dieses Muster und liefert als Hintergrund einen Sport, welcher sicherlich nicht allzu vielen bekannt sein dürfte: Sidecar Racing, oder zu Deutsch Gespannrennen. Die beiden Highschool-Schülerinnen Yuri und Megumi wollen es in dieser besonderen Sportart ganz nach oben schaffen und das Herz ihres Mentors für sich gewinnen. Dass sich die beiden dabei selbst im Weg stehen, scheint ihnen jedoch nicht bewusst zu sein. Da die Ausstrahlung ihre Halbzeit erreicht hat, gibt es ein erstes Zwischenfazit.

Originaltitel Two Car: Racing Sidecar
Jahr 2017
Episoden 6 / 12
Genre Sport, Drama
Regisseur Masafumi Tamura
Studio Silver Link

Yuri Miyata und Megumi Meguro haben ein interessantes Hobby: Sidecar Racing. Diese motorisierten Dreiräder wirken auf den ersten Blick etwas seltsam, denn während der Fahrer scheinbar wie auf einem normalen Motorrad sitzt, ist es die Aufgabe des Beifahrers, auf einer an der Seite angebrachten Plattform vollen Körpereinsatz zu zeigen. Statt zu sitzen, muss dieser sich nämlich in die Kurven legen und sein gesamtes Gewicht so verlagern, dass die schwer zu kontrollierenden Gespannwagen nicht von der Strecke fliegen. Fünf weitere Teams finden sich auf Yuris und Megumis Heimatinsel ein, denn das Gewinnerduo des dort stattfindenden Rennens erhält Zugang zur „Tourist Trophy“ auf der Isle of Man, dem ältesten Motorradrennevent der Welt. Dorthin hat es auch den Coach der beiden Hauptfiguren verschlagen. Um ihm zu zeigen, was sie alles von ihm gelernt haben und ihm ihre Liebe zu gestehen, gilt es beim großen Rennen den Sieg zu erringen. Jedoch sind die beiden sich nahezu identisch, was zu regelmäßigen Streitereien führt. Doch nicht nur sie haben Probleme. Auch die anderen Teams gehen durch ihre eigenen Krisen und müssen diese überwinden, um es gemeinsam ins Ziel zu schaffen. Jede der zwölf Schülerinnen bringt ihre eigenen Sorgen mit, was zu einigen Konflikten führt.

Sechs auf einen Streich

Nach sechs der geplanten zwölf Folgen ist eines sicher: Two Car folgt einer sehr simplen Formel und der Sport findet darin leider nur wenig Platz. Zwar wird in jeder Folge trainiert, jedoch steht ganz klar das Drama der einzelnen Teams im Vordergrund. Anstatt diesen einzigartigen und vor allem gefährlichen Sport genauer unter die Lupe zu nehmen, wird sich lieber auf die stereotypen Charaktere konzentriert. Dabei hat sich nach der Hälfte der Serie bereits ein repetitives Muster abgezeichnet, welches sich wahrscheinlich nicht mehr ändern wird: nach der Einführungsfolge, welche alle Teams im Schnelldurchlauf vorgestellt hat, wird im zwei-Folgen-Rhythmus jeweils der Konflikt eines Zweiergespanns näher beleuchtet. Diese wirken leider genauso generisch wie die Figuren selbst, so muss das erste Team, bestehend aus einem aus reichen und einem aus armen Verhältnissen stammenden Mädchen, seine Differenzen überkommen. Das Drama wirkt oft aufgesetzt und man stellt sich oft die Frage, wie die jeweiligen Paare es überhaupt geschafft haben sich für das Rennen zu qualifizieren, wenn sie sich so weigern zusammenzuarbeiten. Der jeweilige Konflikt spiegelt sich auch in den beiden Protagonisten wider, was dann dazu beiträgt, dass sich die Partner wieder mehr oder weniger vertragen. Dies macht die Serie vorhersehbar, was zu den eh schon generischen Figuren und Konflikten nicht positiv beiträgt.

Die Hälfte der Serie ist geschafft, doch ob ich es bis zum Ende durchhalte, kann ich mir leider selbst noch nicht beantworten. Es ist der interessante Sport, der mich angezogen hat, doch es sind die Figuren, die mich Woche für Woche mehr anwidern und einfach nerven. Die ständigen Streitereien der beiden Hauptfiguren machen sie unsympathisch, die kindischen Konflikte der anderen Teams machen auch diese uninteressant. Auch fühlt sich das Drama gelegentlich unverdient und aufgesetzt an, besonders die aktuelle Folge sticht damit hervor. Doch ganz hat die Serie mich noch nicht verloren, denn glücklicherweise gibt es bei zwölf Figuren genug Varianz, dass man doch irgendwo einen Stereotyp findet, der einem zumindest etwas zusagt. Leider schaffen es die Figuren bisher aber nicht aus diesen Rollen auszubrechen und ein klein bisschen Individualität zu gewinnen, was leider auch auf die Probleme der Figuren zutrifft. So bleibt Two Car bisher leider generisch und frustrierend.

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Makoto

Irgendwie schlägt sich Makoto durchs Leben, arbeitet aber nie in dem Beruf, den er gelernt hat. Doch findet er daneben immer die Zeit für seine große Leidenschaft: Videospiele. Gute Figuren und spannende Geschichten schätzt er sehr, aber oft reicht es ihm schon aus wenn es was zu lachen gibt oder es ordentlich kracht. Für Filme, Manga und Anime räumt er sich gelegentlich auch Zeit ein. Selbsterklärter Slice-of-Life Spezialist.

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