U.N.E – Funke der Rebellion
Kaum jemand kennt mehr die Zeit vor der U.N.E. Wie war es, eigene Entscheidungen zu treffen, die Zeit zu bestimmen, wie man es wollte, oder sich verlieben in wen man möchte? Mariella weiß es nicht und möchte es auch gar nicht wissen. Sie möchte einfach in Ruhe gelassen werden, aber so leicht ist das nicht, denn durch einen unglücklichen Unfall gerät sie mitten in einen Komplott und muss sich bald entscheiden, was sie wirklich möchte. Wie diese Entscheidung ausgeht, erzählt Autorin Michaela Harich in dem Roman U.N.E – Funke der Rebellion, der seit Dezember 2019 im Handel erhältlich ist.
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Mariella lebt in einer Welt, in der alles reguliert ist. Sie hat nur ein bestimmtes Zeitlimit, um zum Bus zu laufen oder mit dem Bus zu fahren. Lebensmittel müssen beantragt werden und Freunde dürfen nicht spontan zu Besuch kommen – auch hier muss die Regierung informiert werden. Der Personalausweis wird zum wichtigsten Utensil, denn nur mit ihm kann man die Checkpoints überqueren. Entstanden ist diese Welt nach dem Zusammenbruch der EU. Daraus entstand U.N.E. Ein Zusammenschluss der europäischen Länder mit einem ausgeklügelten Überwachungsnetzwerk. Um zu überleben und ihrer Familie keine Schade zu bringen, versucht Mariella so unauffällig wie möglich zu leben. Doch plötzlich wird ihr Ausweis geklaut, Mariella wird damit zu einer Aufständischen und plötzlich ist nicht nur ein berüchtigter Kopfgeldjäger hinter ihr her, sondern Mariella muss auch noch herausfinden, wen sie vertrauen kann.
Wie kann das alles nur passieren?
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Originaltitel | U.N.E – Funke der Rebellion |
Ursprungsland | Deutschland |
Jahr | 2019 |
Typ | Roman |
Band | 1 / ? |
Genre | Fantasy |
Autor | Michael Harich |
Verlag | Alea Libris Verlag |
Die Protagonistin Mariella möchte eigentlich nur ein unauffälliges Leben führen und ihren Eltern keinen Kummer bereiten, denn diese hatten schon genug Probleme als Mariellas Schwester Elena zu einer Aufständigen wurde. Deshalb hält sich Mariella so gut es geht an die Bestimmungen, doch das verändert sich, als ihr Ausweis gestohlen wird und sie dafür in einem Gefängnis landet. Als sie dann zu den Aufständigen kommt und dort ihre Schwester wieder trifft, scheint ihre Welt vollkommen auf dem Kopf zu stehen. Mariella möchte nicht zu den Aufständigen gehören, sondern einfach wieder nach Hause. Doch das ist nicht so leicht wie gedacht. Um das zu erreichen, willigt sie sogar ein, Elenas Plan auszuführen, auch wenn dieser nicht viel Hoffnung auf Erfolg verspricht. Mit dieser Prämisse setzt die eigentliche Handlung von U.N.E ein und der Lesende fiebert mit, ob und wie es Mariella gelingen wird, wieder ihren Ausweis zu bekommen und ob sie es schafft, dass sie nicht vom Regime gefasst wird.
Vielschichtige Charaktere
Besonders gut gelungen ist der Autorin Michaela Harich die Darstellung der verschiedenen Charaktere des Buches. Mariella hat sowohl ihre Schwächen als auch ihre Stärken. Sie ist ein vielseitiger Charakter und ihre Sorge sowohl um ihre Eltern als auch um ihre Schwester Elena bestimmen oftmals ihre Handlungen. Aber auch Elena ist nicht nur die Anführerin der Aufständigen, als die sie im ersten Moment erscheint. Sie wirkt selbstsüchtig und versucht nicht an ihre Familie zu denken, die sie mit dem Zerschneiden ihres Ausweises ins Unglück stürzte. Doch je weiter die Handlung des Buches fortschreitet, desto schneller wird es klar, dass Elena nicht nur der pure Egoismus antreibt, sondern sie ihre eigenen Probleme hat. Besonders interessant ist auch die Beziehung zwischen Giovanni und Dominic Bianchi, da beide mit unterschiedlichen Methoden versuchen ihre Familie zu schützen und sich nicht sicher sind, was sie voneinander halten sollen. All diese Charaktere werden in das System von U.N.E gedrückt und müssen nun ihr Leben bestreiten. Wie sie das machen und wie sie sich entscheiden, macht den Reiz von U.N.E aus.
Gruselig real
In U.N.E wird eine Welt erzählt, die unserer nicht unähnlich ist, denn sie basiert auch auf dieser. Wir befinden uns eine unbestimmte Zeit nach dem Zusammenbruch der EU und das Überwachungssystem, was errichtet wurde, wirkt überraschend real. Die Autorin schafft es dabei, aktuelle Geschehnisse wie beispielsweise Probleme in der Politik der EU anzudeuten und die Handlung so weiter zu führen, dass das politische System der U.N.E vollkommen logisch ist. Damit nehmen die Ereignisse des Romans noch mehr mit, weil sie eine mögliche Zukunft darstellen können. Sprachlich ist U.N.E unterhaltsam und locker geschrieben, sodass sich der Roman schnell lesen lässt und die Zeit dabei nur verfliegt.
Fazit
Insgesamt lohnt sich U.N.E für jeden, der Dystopien mag. Der lockerer Schreibstil zieht einen dabei schnell in den Bann und die Seiten fliegen nur so dahin. Besonders interessant ist dabei der Vergleich zwischen dem Überwachungssystem von U.N.E und unserer heutigen Zeit. Es ist dabei erschreckend zu sehen, welche Parallelen es gibt und was (hoffentlich) noch in weiter Ferne ist. Auch die vielschichtigen Charaktere üben einen Reiz aus – vor allem Giovanni und Elena finde ich als Figuren sehr interessant und möchte gerne mehr von ihnen erfahren.
© Alea Libris Verlag
Im Handel erhältlich: