Warrior Cats (Band 35): Fluss aus Feuer
Vertrauen ist immer so eine Sache. Wurde es einmal enttäuscht, ist es schwer, es wieder zu gewinnen. Kann ein Clan einer Katze trauen, die zum wiederholten Mal den Clan wechseln will? Wie sieht es mit Verrätern aus, die doch wieder zu ihrem alten Clan zurückkehren wollen? Das sind die Fragen, die sich Veilchenglanz, Zweigpfote und all die anderen Katzen in Fluss aus Feuer, Band 5 der sechsten Staffel von Warrior Cats, stellen müssen.
Zweigpfote hat ihre Entscheidung getroffen. Sie will zum DonnerClan zurückkehren. Doch dieser ist zunächst skeptisch, weshalb Zweigpfote erst einmal eine Probezeit bestehen muss. Während sie versucht, sich als würdig zu erweisen, macht sie sich aber auch große Sorgen über die Prophezeiung des SternenClans. Veilchenglanz hat sich mittlerweile im WolkenClan eingelebt. Dieser hat die letzten SchattenClan-Katzen bei sich aufgenommen. Daher ist von vornherein klar, dass das Zusammenleben nicht gerade einfach wird.
Zurück zu den Wurzeln
Originaltitel | River of Fire |
Ursprungsland | Großbritannien |
Jahr | 2018 |
Typ | Roman |
Band | 35 von 36 |
Genre | Jugendbuch |
Autor | Erin Hunter |
Verlag | Beltz & Gelberg (2019) |
Falls Zweigpfote dachte, der DonnerClan würde sie ohne Diskussion erneut aufnehmen, hat sie sich geschnitten. Fluss aus Feuer beginnt direkt mit ihrer Rückkehr. Nicht nur Funkenpelz ist skeptisch, auch Brombeerstein zögert zunächst. Schließlich wäre es Zweigpfotes zweiter Clanwechsel. Keiner weiß, ob es nur eine Laune ist und sie in einigen Monden nicht doch zum WolkenClan zurückkehren will. Aber Brombeerstern gibt ihr eine Chance, sie wird auf Probe wieder aufgenommen. Allerdings ernennt er sie natürlich nicht gleich zur Kriegerin. Zweigpfote bekommt nun ihre dritte Mentorin und darf sich zum dritten Mal der Ausbildung zum Krieger unterziehen. Leider soll ausgerechnet Funkenpelz ihre Ausbildung betreuen. Obwohl Zweigpfote sich zeitweise mit Alleingängen beweisen will, dabei jedoch alles nur noch schlimmer macht, wächst sie über sich hinaus und wird zu einer richtigen Heldin. Denn als das Lager des FlussClans brennt, ist sie als eine der ersten vor Ort und zögert nicht, die von Flammen umzingelte Weichpfote zu retten. Hier kehrt der FlussClan auch endlich zu den anderen zurück und nimmt wieder an den Versammlungen teil. Nun sind es wieder vier Clans am See.
SchattenClan oder WolkenClan?
Seit Eschenstern den SchattenClan wieder aufgelöst hat, leben seine Katzen im WolkenClan. Doch natürlich ist es nicht leicht, sich von heute auf morgen einem fremden Clan zugehörig zu fühlen. Es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen den ehemaligen SchattenClan-Katzen und Blattstern. Über all dem schwebt die Prophezeiung des SternenClans, die besagt, dass fünf Clans am See leben sollen. Im Moment sind es aber nur drei, da der FlussClan sich von den anderen abgespalten hat und der SchattenClan nicht mehr existiert. Zweigpfote versucht daher zusammen mit Veilchenglanz Bernsteinpelz zu überreden, die SchattenClan-Katzen wieder zu vereinen. Schließlich sind sie alles andere als glücklich in ihrer jetzigen Situation.
Ein besonderer Kater
Für den Moment lebt der Kater Baum beim WolkenClan. Doch er kann sich für keine der Aufgaben, die im Lager erledigt werden müssen, begeistern. Weder will er als Krieger kämpfen und jagen, noch will er als Heiler-Katze Kräuter auswendig lernen und Kranke behandeln. Wenn es nach Baum ginge, würde er am liebsten den lieben langen Tag in der Sonne liegen und entspannen. Doch so funktioniert das Clan-Leben nicht. Alle müssen mit anpacken. Da ist es kein Wunder, dass Blattstern irgendwann die Geduld mit Baum verliert und eine Entscheidung von ihm verlangt: Entweder er unterstützt die Gemeinschaft oder er geht seiner Wege. Obwohl Veilchenglanz auch oft genervt von Baums Faulheit ist, will sie nicht, dass er geht. Denn sie fühlt sich sehr zu diesem entspannten, klugen Kater hingezogen. Zu ihrem Glück findet Blattstern doch noch eine passende Aufgabe für Baum: Als Schlichter soll er Konflikte zwischen einzelnen Katzen beilegen. Denn gute Ideen für Kompromisse hat Baum. So wird für eine faule aber wortgewandte Katze eine vollkommen neue Position im Clan geschaffen. Veilchenglanz’ Glück steht damit nichts mehr im Weg.
Eine verbotene Liebe?
Heiler-Katzen sind ganz ihrem Clan verschrieben. Sie dürfen keine Gefährten wählen und auch keine Junge bekommen. Ihr Leben ist allein dem Clan gewidmet und alle Clan-Katzen sind ihre Kinder. Solche Regeln laden geradezu zu verbotenen Lieben ein und das ist auch kein neues Motiv bei den Warrior Cats. Als Erlenherz Samt kennenlernt, fühlt er sich in ihrer Nähe sofort wohl. Die beiden sind einfach auf einer Wellenlänge Auch wenn sich ihre Wege trennen, ist doch klar, dass sich hier eine weitere verbotene Liebe anbahnt. Neu ist hier wohl nur, dass Samt weder eine Clan-Katze noch eine Streunerin oder Freiläuferin sondern ein Hauskätzchen ist. Die Katzen vom See sehen auf diese immer ein wenig herab, weil sie sich von Zweibeinern als Haustiere halten lassen. Aber das sorgt auch für eine große räumliche Trennung von Erlenherz und Samt, denn der Weg zum Zweibeinerort ist weit.
Fazit
Fluss aus Feuer hat nur knapp 300 Seiten, doch auf diesen passiert so wahnsinnig viel, dass es gar nicht so einfach ist, alles zu besprechen. Manche Ereignisse werden durch diese Dichte leider etwas zügig abgehandelt wie etwa das titelgebende Feuer im Lager des FlussClans oder die übereilte Rückkehr von Tigerherz und seinen Gefährten. Gerade letzteres wirkt, als sei es auf den letzten Drücker eingefügt worden, um noch ein ordentliches Finale zu haben. Baum als Charakter gefällt mir leider überhaupt nicht. Seine halbherzigen Versuche am Clanleben teilzunehmen zeigen, dass er eigentlich gar nicht helfen will, sondern nur tut, was ihm gefällt. Diese Einstellung wird am Ende auch noch mit einer neuen Position im Clan belohnt. Doch dieser Nebenstrang wird geschickt mit den anderen Ereignissen im WolkenClan verwoben und da Baum tatsächlich gute Kompromisse vorschlägt, kommt die Entscheidung ihn zum Schlichter zu machen auch nicht vollkommen aus dem Nichts. Trotzdem macht Fluss aus Feuer Spaß. Es wird an keiner Stelle langweilig und obwohl sehr viel passiert, behält man gut den Überblick über die Ereignisse. Ich bin froh, dass es am Ende wieder fünf Clans gibt. Eigentlich scheint also alles wieder im Lot zu sein (bis auf ein paar Kleinigkeiten). Daher frage ich mich, wovon der sechste Band handeln wird, der die Staffel Vision von Schatten abschließen wird. Besonders schön finde ich auch, dass die Kapitelüberschriften nun auch mit dem Symbol des WolkenClans verziert sind.
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