Wolfenstein II: The New Collosus

Ab und an gibt es sie noch, die Ego-Shooter, die komplett auf einen Multiplayer-Modus pfeifen. Obwohl man sich im 2017er-Update Wolfenstein II: The New Collosus überwiegend durch die Szenerie ballert, ist die Handlung noch immer das Filetstück des traditionsreichen Shooters von Machine Games. In der Geschichte, die in einer alternativen Zeitlinie der USA angesiedelt ist, geht es selbst trotz augenzwinkernder Einlagen ernsthaft und emotional zu. 1961 war eigentlich das Jahr des Wirtschaftswunders. Hier jedoch steht es für ein weiteres Jahr unter der harten Diktatur des Regimes. Aber nicht jeder duldet die Schreckensherrschaft, besonders Hauptcharakter BJ setzt sich mit Hilfe seiner Freunde zur Wehr und räumt im Regime auf. Ein werdender Papa kann seinen Nachwuchs ja nicht in so einer Welt großziehen.

     

Wie kann jemand das Ende von Wolfenstein: The New Order überlebt haben? Ein BJ Blaskowicz kann das. Nachdem am Ende des Vorgängers BJ im Bombenhagel vermeintlich umgekommen ist, stellt sich heraus: Er hat überlebt. Zwar schwerst verwundet, aber am Leben. Seine Reha beginnt damit, dass er sich in einen Rollstuhl schwingt und das Begrüßungskommitee des Regimes gebührend empfängt mit Blei statt Blumen. Um die Story gänzlich genießen und verstehen zu können, sollte man den Vorgänger gespielt haben. Zwar gibt es einen Rückblick, der auch gut informiert, aber um so richtig in die Geschichte einzutauchen, empfiehlt es sich, auch Teil 1 zu spielen. Hauptantagonistin ist wieder Frau Engel, deren Tochter Sigrun hier ihren ersten Auftritt hat. Diese kann mit dem Regime, ihrer Mutter und der Brutalität absolut nichts anfangen, weshalb sie sich auch dem Widerstand anschließt. Schauplatz sind diesmal die Vereinigten Staaten von Amerika, genauer gesagt New Orleans. Als Zentrale des Widerstandes dient ein U-Boot, das sich nach und nach mit rekrutierten Kämpfern füllt.

Die Mischung macht’s

Originaltitel Wolfenstein II: The New Colossus
Jahr 2017
Plattform PC, Playstation 4, X-Box One
Genre Ego-Shooter
Entwickler Machine Games
Publisher Bethesda Software
Spieler 1
USK

Wie schon im Vorgänger, ist die Geschichte packend inszeniert und geizt nicht mit blutigen Szenen. Das Spiel ist brutal, ernsthaft und düster. Aber es hat auch Momente, die das Geschehen etwas auflockern. Sei es eine krude Mischung aus Affe und Katze oder eine Sexszene im U-Boot. Dabei rutscht es aber nie in Klamauk ab und die Ernsthaftigkeit bleibt erhalte